FALL DER WOCHE

»No time to die« - Mord aus Schwulenhass

Schwarzweißbild eines singenden Mannes vor einem Mikrofon, das Gesicht ist verpixelt. In
© YouTube
Er suchte über Snapchat nach der großen Liebe und war auch spontanen Treffen nicht  abgeneigt - dabei geriet Akhil Victor G. an einen Ungarn (18) aus Langenzersdorf. Das Date endete für den 29-Jährigen im blanken Horror - und letztlich tödlich.
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NÖ, Wien. Eine Woche nach den schrecklichen Ereignissen im Siedlungsgebiet Dirnelwiese in Langenzersdorf - nur wenige Meter von der Wiener Stadtgrenze entfernt - ist noch immer nicht gänzlich geklärt, wie es zu dieser Eskalation der Gewalt kommen  konnte - außer, dass definitiv Schwulenhass dahinter steckt, das hat der mordverdächtige 18-Jährige von sich aus in seiner ersten Einvernahme vom Stapel gelassen, nämlich, dass er keine Homosexuellen mag.

Warum sich H. P. (Name der Redaktion bekannt) dann den bekennenden queeren Wiener Akhil Victor G. auf Snapchat aufgegabelt und zu sich eingeladen hat - den zu Tode geprügelten und erwürgten Toten fand man im Schlafzimmer -, ist insofern kaum zu verstehen, außer es war eine bewusste Falle eines Sympathisanten der Pädo- und Homo-Hunterszene. Oder der junge, groß gewachsene Verkäufer in Heimwerker-Filiale wollte tatsächlich nur, wie er sich jetzt in U-Haft verantwortet, einen "Schwulen verarschen", kurzum: Den Anvisierten in ein Liebesnest locken, ihn bei ersten versuchten Intimitäten auslachen und sich dann mächtig fühlen? Leider sei die Situation dann eskaliert. Warum, kann sich der 18-Jährige angeblich nicht erklären.

Ein Haus mit Garten im Vordergrund und einem Motorradfahrer im blauen Outfit auf einem Feld.
Der Mordverdächtige (hier als 15-Jähriger mit seinem Trial-Moped) passte auf das Nachbarhaus auf, das zum blutigen Tatort wurde. © zVg, Facebook

Eine gezielte Attacke und damit eine Vorsatztat will der von der prominenten Anwältin Astrid Wagner vertretene Ungar  vom Tisch wischen, zumal er jetzt auch angibt, in jener Nacht Ecstasy zu sich genommen zu haben, das seine Entscheidungen schwer verzerrt bzw. gar gelenkt haben soll.

Drei Polizisten und ein Polizeiauto stehen in einer Wohnstraße nahe einem abgesperrten Tatort.
Tatort war das Nachbarhaus, auf das der 18-Jährige als Housesitter aufpasste, während die Besitzer auf Urlaub waren. © APA/GEORG HOCHMUTH

Von Seiten der Ankläger war zum Thema Suchtgift bis jetzt noch kein Wort gefallen - eine toxikologische Untersuchung sowohl vom Blut des Täters als auch des Opfers wird Klarheit bringen.

Untersucht wird von den Ermittlern nach wie vor, ob der 29-Jährige, der im Internet auf Facebook, Instagram, TikTok und  Youtube (wo der Hobby-Sänger ein berührendes Cover von Billie Eilish "No time to die" hochgeladen hat) durchaus als Homo-Influencer wahrgenommen werden könnte, so ins Visier gut vernetzter Homo- und Pädo-Hunter gekommen ist. Die Szene ist spezialisiert auf Hatecrimes gegen Homosexuelle, denen von den mutmaßlichen Tätern fälschlicherweise auch Pädophilie unterstellt wurde. Die Täter raubten die Opfer aus, erniedrigten und verletzten sie – manche davon sehr schwer. In einem Fall stand sogar Mordversuch im Raum. Möglicherweise ist ihnen jetzt der erste Mord unterlaufen - sofern der 18-Jährige, der bis jetzt noch nie kriminell aufgefallen wäre, sich in diesem Dunstkreis bewegt hat.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

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