6 Millionen

Paketsteuer trifft Onlinehändler schwer

© TZOe Artner
Die Jahresausgaben der heimischen Online-Shopper stiegen   auf 12 Mrd. Euro. Doch ab 1. Oktober wird die Paketsteuer den Umsatz drücken, befürchten heimische Händler.
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Die ab 1. Oktober geltende nationale Paketsteuer wird den Internethandel laut Brancheneinschätzung spürbar bremsen. Das Umsatzwachstum und die Paketmenge werde "deutlich geringer" ausfallen, sagte Handelsverband-Vizepräsident und Otto-Österreich-CEO Harald Gutschi.

Es werde wohl weniger kleine Online-Bestellungen mit einem geringen Produktwert geben. Inklusive Umsatzsteuer betrage die Paketabgabe 2,40 Euro, so der Otto-Austria-Chef.

6 Millionen Menschen in Österreich kaufen online ein

Die geschätzten Onlinehandel-Ausgaben der heimischen Einkäuferinnen und Einkäufer stiegen im Zeitraum Mai 2025 bis April 2026 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3 Prozent auf 12,3 Mrd. Euro, geht aus der aktuellen "E-Commerce Studie" der KMU Forschung im Auftrag des Handelsverbandes hervor.

Rund die Hälfte der Online-Shoppingausgaben werden bei ausländischen Internethändlern getätigt, unter anderem Amazon und Zalando. Auf chinesische Online-Shopping-Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress entfallen bereits schätzungsweise 10 Prozent (oder 1,3 Mrd. Euro) der heimischen E-Commerce-Ausgaben.

Geschätzter Jahresumsatz in Millionen Euro - Abgabe geplant ab 100 Millionen, Quelle: ECDB/Handelsverband; Die Auslieferung der APA-Grafiken als Embed-Code ist ausschließlich Kunden mit einer gültigen Vereinbarung für Grafik-Pauschalierung vorbehalten. Dabei inkludiert sind automatisierte Schrift- und Farbanpassungen an die jeweilige CI. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unser Grafik-Team unter grafik@apa.at. GRAFIK 0707-26 © APA

Die bereits zum 17. Mal durchgeführte "E-Commerce Studie" der KMU Forschung basiert auf einer repräsentativen Online-Umfrage, kombiniert mit Sekundärdaten der Statistik Austria und der EU-Statistikbehörde Eurostat. In Österreich bestellten 2025/26 rund 6 Millionen Menschen online. Rund 13 Prozent der Einzelhandelsausgaben hierzulande fließen in den Online-Handel. Die umsatzstärkste Online-Warengruppe ist Bekleidung/Textilien mit 2,4 Mrd. Euro, gefolgt von Elektro-/Elektronikgeräten mit 1,5 Mrd. Euro und Möbel/Einrichtung/Deko mit 1 Mrd. Euro.

54 Prozent der befragten Online-Käufer haben Waren mindestens 1 Mal pro Jahr zurückgeschickt. Otto-Österreich-Chef Gutschi ist mit dem Rückgang der Kunden-Retourenquote in seiner Firmengruppe von 44 Prozent vor 10 Jahren auf aktuell 33 Prozent zuletzt sehr zufrieden. Er erwarte nun keinen starken Rückgang mehr, weil Retouren zum Geschäftsmodell des Online-Handels gehören. Nahezu keine retournierte Waren würden bei der Otto-Gruppe vernichtet. Zu Otto Österreich gehören auch die Vertriebsmarken Universal, Quelle, Lascana und Ackermann.

Paketsteuer umstritten

Die Paketabgabe gilt künftig für große Online-Händler mit einem Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro pro Jahr und wird laut Handelsverband insgesamt 16 Online-Händler und -Marktplätze, darunter Amazon, Otto und Temu, direkt treffen. Indirekt von der Abgabe wären auch 4.000 österreichische Händler betroffen, die über Online-Marktplätze verkaufen. Nach Einführung der Paketsteuer, will der Versandhändler Otto beim Finanzgericht gegen den Steuerbescheid berufen. Im Instanzenzug kann die Causa theoretisch bis zum Verfassungsgerichtshof (VfGH) und Europäischen Gerichtshof (EuGH) gehen.

Ende Mai ist das parlamentarische Begutachtungsverfahren zur Paketsteuer zu Ende gegangen: Es gab 36 Stellungnahmen von Institutionen und 65 Statements von Privatpersonen, der Großteil fiel kritisch aus. Neben Otto haben auch die Online-Händler Amazon, Ebay und Zalando rechtliche Bedenken angemeldet. Sie forderten Ende Mai einen Stopp des Gesetzesvorhabens. Post-Chef Walter Oblin rechnete zuletzt für das zweite Halbjahr 2026 mit einem "ordentlichen Dämpfer" im Paketgeschäft aufgrund der Paketabgabe.

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