Adria-Sensation

Riesen-Rochen taucht plötzlich in Kroatien auf

© Getty Images/500px Unreleased Plus
Lautlos gleitet er durch das Wasser, die Flügel auf stolze 1,5 Meter ausgebreitet: In der Adria nahe Pula wurde ein extrem seltener Bullenrochen entdeckt, der als vom Aussterben bedroht gilt.
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Das seltene Naturschauspiel ereignete sich in der Valkane-Bucht nahe Pula, wie das Aquarium Pula auf Facebook berichtet. Entdeckt wurde der Rochen von dem Taucher Klaudio Rajković in Tiefen zwischen vier und zehn Metern. Da der Taucher ohne Kamera unterwegs gewesen war, meldete Rajković den Fund direkt dem Aquarium Pula, das die präzisen Angaben anschließend an Forschende weitergegeben hat.

Zehn Minuten unter Beobachtung

Der Taucher beschrieb die Größe der Einheit mit einem Brustflossenbereich von etwa 150 Zentimetern und einem charakteristischen langen Schwanz, der ungefähr zwei Drittel der Gesamtlänge des Körpers ausmacht. In der Tiefe suchte das Tier den Meeresboden nach Muscheln und Krabben ab. Während der zehnminütigen Beobachtung bemerkte der Taucher zudem vierzig kleinere Fische, die sich von Organismen ernährten, die aufgrund der Nahrungssuche des Rochens vom Grund hervorgegangen waren.

Tier steht auf Roter Liste

Der Fund hat wissenschaftlich enormes Gewicht: Die Weltnaturschutzunion IUCN führt diese Art auf ihrer Roten Liste. Tiere, die dort gelistet sind, gelten als vom Aussterben bedroht. Auf der offiziellen IUCN-Seite heißt es, aufgrund des allgemein festgestellten Rückgangs der Adlerrochenbestände in mehreren Teilen ihres Verbreitungsgebiets werde vermutet, dass der Entenschnabel-Adlerrochen in den letzten drei Generationen (51 Jahren) aufgrund tatsächlicher oder potenzieller Ausbeutung einen Populationsrückgang von über 80 Prozent erlitten hat. Im Facebook-Post des Aquariums Pula wird daher ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um ein extrem seltenes Phänomen im gesamten Mittelmeer handelt.

Größte Ansammlung im Norden

Der Fund bei Pula steht allerdings nicht ganz allein. Ebenfalls hielten Wissenschaftler des Meeresschutzgebiets Miramare im Golf von Triest eine Gruppe von mehr als 50 Bullenrochen fest – die bislang größte dokumentierte Ansammlung dieser Art in dem Gebiet. Die Tiere fraßen dort Muscheln an Aquakulturanlagen. Saul Ciriaco, der die WWF-Monitoring-Aktivitäten im Meeresschutzgebiet Miramare leitet, erklärte gegenüber Euronews: "Das ist das erste Jahr, in dem wir viele Tiere sehen, die sich zu Gruppen zusammenschließen, die bis zu 50 Individuen umfassen." Und weiter: "Die strengeren, selektiveren Fangregeln haben zudem ihre Fortpflanzung begünstigt".

Ob zwischen dem Tier bei Pula und den Rochen im Golf von Triest ein Zusammenhang besteht, ist nicht bekannt. Klar ist hingegen, dass die nördliche Adria als Lebensraum für Haie und Rochen zunehmend relevant wird. Seit 2023 trägt das Gebiet offiziell den Status "Important Shark and Ray Area" (ISRA), der seine Funktion als Brut- und Aufzuchtgebiet anerkennt. Im Golf von Triest läuft bereits ein Projekt, bei dem magnetische Abschreckmittel eingesetzt werden, um die Rochen von den Muschelzuchten fernzuhalten, ohne ihnen zu schaden.

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