Es gibt kaum eine zuverlässigere Regel in der Politik als diese: Je lauter das gute Gewissen tönt, desto gründlicher geht es schief. Die Mehrwertsteuersenkung der Bundesregierung ist das neueste Paradebeispiel. Mit viel Tamtam verkauft als große Entlastung für "die kleinen Leute", entpuppt sie sich in der Praxis als teures Verwaltungsdrama.
Bäcker, Händler und Lieferketten dürfen nun Preise umrechnen, Systeme umstellen und Übergangschaos bewältigen. Die Weizensemmel und die Butter bleiben im besten Fall marginal günstiger – die versteckten Kosten aber wandern zuverlässig in den Endpreis oder in die Bilanzen. Der Konsument zahlt am Ende für die Symbolpolitik. Wie schön, dass die Regierung vom Alltag der Wirtschaft so viel versteht wie ein Theoretiker vom Handwerk.
Am Ende bleibt die bittere Pointe: Die Bürger erhalten eine kleine Senkung auf dem Preisschild und eine große Rechnung für den bürokratischen Zirkus. Gut gemeint, schlecht gemacht, teuer bezahlt. Österreichs Politik beweist einmal mehr, dass edle Vorsätze kein Ersatz für wirtschaftlichen Sachverstand sind. Stattdessen ernten wir das, was solche Regierungen am besten können: Illusionen für die Galerie und Kosten für den Steuerzahler.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden