Wirbelstürme
Seit 112 Jahren! Ungewöhnlicher Rekord im Atlantik
Mehr als drei Monate nach dem Start der aktuellen Atlantik-Hurrikansaison zeigt sich auf dem Ozean ein extrem seltene Wetterlage. Sämtliche Wirbelstürme blieben bisher unter der kritischen Grenze. Laut Daten des National Hurricane Center bildeten sich dieses Jahr im Atlantik bislang sechs benannte Stürme: Arthur, Bertha, Cristobal, Dolly, Edouard und Fay. Alle sechs Systeme blieben jedoch reine Tropenstürme.
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Historischer Rekord seit vielen Jahrzehnten
Mit Stand vom Dienstag gab es offiziell sechs benannte Stürme, aber keinen einzigen Hurrikan und somit auch keinen schweren Hurrikan. Damit ist die Saison 2026 die erste seit dem Jahr 1914, die es so weit in den September geschafft hat, ohne einen Hurrikan hervorzubringen. Im Jahr 1914 gab es im gesamten Verlauf keinen einzigen Wirbelsturm. Historische Wetteraufzeichnungen belegen zudem, dass 1907 das einzige andere Jahr ohne verzeichnete Hurrikans war.
Gewaltiger Rückgang der gesamten Sturmaktivität
Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da der September normalerweise den Höhepunkt der Atlantik-Hurrikansaison markiert. Der Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 zeigt, dass zu diesem Zeitpunkt im Jahr üblicherweise etwa zehn benannte Stürme, vier Hurrikans und zwei schwere Hurrikans entstehen. Auch die gesamte Wirbelsturm-Aktivität ist extrem niedrig: Der Wert der Akkumulierten Zyklon-Energie (ACE) lag bis zum frühen Dienstag bei nur 6,2. Laut dem National Hurricane Center ist das ein Wert, der 93 Prozent unter dem Normalwert für diesen Zeitpunkt liegt.
Tropensturm Fay scheitert an Schwelle
Der jüngste Sturm, der die Hurrikan-Stärke verfehlte, war der Tropensturm Fay. Fay bildete sich am Samstag und erreichte maximale Windgeschwindigkeiten von knapp 110 km/h (60 Knoten), ehe der Sturm wieder nachließ. Ein Tropensturm wird offiziell erst dann zum Hurrikan, wenn die anhaltenden Windgeschwindigkeiten mindestens rund 119 km/h (64 Knoten) erreichen. Bis zum frühen Dienstag sanken Fays Windgeschwindigkeiten auf etwa 64 km/h, und das National Hurricane Center meldete eine weitere Abschwächung.
Vorhersagen deuteten auf ruhige Saison
Ganz überraschend kommt diese Stille nicht. Die US-Wetterbehörde NOAA prognostizierte bereits im Mai eine eher unterdurchschnittliche Atlantik-Hurrikansaison 2026. Vorhergesagt wurden 11 bis 15 benannte Stürme, darunter fünf bis acht Hurrikans sowie ein bis drei schwere Hurrikans. Als Hauptgrund für die gedämpfte Aktivität nannten die Experten das erwartete Auftreten des Wetterphänomens El Niño.
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