ÖFB Backstage
Verletzter Teamstar: Erste Barfuß-Schritte am Rasen
Während Youngster Paul Wanner den ÖFB-Betreuern mit einer angeschlagenen Wade Sorgen bereitet, zeigt der vor wenigen Wochen am Oberschenkel operierte Christoph Baumgartner täglich Fortschritte. Am Donnerstag absolvierte er bereits erste Schritte ohne Krücken quer über den Trainingsplatz zu wartenden Reportern.
Krücken nur mehr zum Stiegensteigen
Drei Wochen nach seiner Operation am rechten Oberschenkel hat der verletzte ÖFB-Teamspieler große Reha-Fortschritte gemacht. Der 26-Jährige ist sehr nah dran am Team und in viele Vorgänge bei der WM eingebunden.
Vor dem Duell mit Weltmeister Argentinien (0:2) war es Baumi vorbehalten gewesen, in der Kabine die letzte Ansprache zu halten. "Ich glaube, dass ich ein ganz gutes Bindeglied sein kann zwischen Mannschaft und Trainerteam", meinte Baumgartner.
"Nonplaying-Captain" wie Alaba bei EM 2024
"Ich kenne die Jungs gut, weiß, was in ihren Köpfen abgeht." In Richtung der Spiele mache er sich Gedanken, was der Mannschaft helfen könnte - ähnlich wie der damals verletzte "Nonplaying Captain" David Alaba bei der EM 2024. Eine Trainerlaufbahn strebe er deswegen aber nicht an, betonte Baumgartner. "Ich glaube nicht, dass ich dieses Nomadenleben nach der Karriere auch noch möchte. Ich möchte irgendwann sesshaft werden, das ist als Trainer schwierig."
"Schritt für Schritt" Richtung Comeback
Die Reha sei bisher sehr, sehr positiv verlaufen. Nicht nur sein eigenes Gefühl, sondern auch das Feedback der Mediziner sei sehr gut. "Der nächste Schritt ist, dass ich die Krücken komplett abbaue", sagte Baumgartner. Beim Stiegensteigen würde er sie noch benötigen. "Aber in der Ebene geht es schon ganz gut. Es ist ein weiterer Schritt zu meinem Ziel." Dafür trainierte der Waldviertler auch am Mittwoch, als seine ÖFB-Kollegen allesamt frei hatten, zweimal. Die bisher schwerste Verletzung seiner Karriere zwingt Baumgartner zu einer mehrmonatigen Pause. Ein konkretes Comeback-Ziel hat er sich nicht gesetzt. "Weil bei einer so langen Reha einfach sehr viel passieren kann", erklärte der Leipzig-Profi. "Ich versuche, Schritt für Schritt zu gehen und dem Ziel so schnell wie möglich nahezukommen."
Die Bedingungen und das Umfeld beim ÖFB-Team seien für ihn perfekt. "Klar gibt es auch schwierige Phasen." Zum Beispiel die Aufwärmphasen vor den Spielen im Stadion. "Die sind hart, weil du dir da schon vorstellst, wie es wäre. Aber im Spiel und abseits davon kann ich auch sehr viel lernen. Und einfach mit meinen Freunden die Zeit zu verbringen, das ist schon toll."
Geburtstagsständchen für David Alaba
Am Donnerstag in der Früh gab es ein verspätetes Geburtstagsständchen der Mannschaft für Alaba. Den Ehrentag hatte der ÖFB-Kapitän am Vortag mit seiner Familie verbracht. Baumgartner: "Ich glaube, er hat einen wunderschönen Geburtstag gehabt."
Abflug zum Algerien-Kracher nach Kansas City
Am Donnerstagnachmittag erfolgte bereits der Abflug aus dem Teamcamp in Santa Barbara nach Kansas City. Dort steht am Samstag (Sonntag 4.00 Uhr MESZ) das finale WM-Gruppenspiel gegen Algerien auf dem Programm. Die besondere Konstellation, dass aller Voraussicht nach beiden Teams ein Remis zum Aufstieg reichen wird, sei bis zu einem gewissen Grad natürlich Thema, verriet Baumgartner. "Am Ende des Tages werden wir bis Samstag aber nicht wissen, wie es genau aussieht."
Die Österreicher sind mit einem Remis auf jeden Fall Gruppenzweiter, die Algerier mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einer der acht besten Dritten. "Wir sind alle Fußballer. Unsere Herangehensweise ist immer so, dass wir Spiele gewinnen wollen", erklärte Baumgartner. Von vornherein auf ein Remis hinzuarbeiten, sei kein Thema. "Wir werden auf jeden Fall auf Sieg spielen."
Eine Einschränkung gibt es laut Baumgartner allerdings: "Klar kann es sein, hintenraus steht es unentschieden und es ist eine enge Partie - dann riskieren vielleicht beide Mannschaften nicht mehr das letzte Hemd." Wenn sich eine Konstellation ergebe, die für beide Teams passe, würden dann vielleicht nicht mehr beide mit offenem Visier spielen, sondern taktisch clever. Baumgartner: "Das hat dann aber nichts mit der 'Schande von Kansas' zu tun." Es gebe auch Ligaspiele, in denen man irgendwann mit einem Ergebnis zufrieden sei und den Punkt mitnehme.
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