Bankschulden
"Vermisste" Israelinnen planten seit Wochen ihre Flucht
Zwei Frauen aus Israel, Mutter und Tochter, verschwanden Anfang August spurlos während eines Urlaubs in Wien. Was zunächst wie ein mögliches Verbrechen aussah, war aber laut "Bild"-Bericht vermutlich eine lange im Voraus geplante Flucht. Die endete nun eine Woche später, rund 12.000 Kilometer entfernt: Beide wurden in einem Fernbus in Argentinien entdeckt.
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Monatelange Vorbereitung
Über 300 Ermittler aus mehreren Ländern hatten nach den Frauen gesucht, die ganz offensichtlich nicht gefunden werden wollten. Seit Wochen hatten Mutter und Tochter ihr Untertauchen geplant, wie israelische Medien berichten. Zum 50. Geburtstag hatte Liel (23) ihre Mutter Mali Y. (50, Bankerin) mit einer Europareise überrascht – jedenfalls sollte es offenbar für alle anderen nach einer Überraschung aussehen. Von Prag machten sie Anfang August einen Abstecher nach Wien und mieteten sich ein Airbnb-Apartment. Sie schickten noch ein Video in den Familien-Chat, das absichtlich zeitverzögert verschickt wurde, um allen vorzugaukeln, sie seien noch in Österreich.
Noch wird über das Motiv für das Abtauchen der beiden Frauen und zum vollständigen Abbruch des Kontakts zur übrigen Familie gerätselt. Laut den Ermittlern hatten die beiden Bankschulden. Medienberichten zufolge soll es sich aber um keinen großen Betrag handeln. Laut israelischen Medien hätten die beiden aufgrund persönlicher, finanzieller Umstände einen Fluchtplan gefasst.
Weltweite Suchmaßnahmen
Vier Tage später hätten die Frauen in einem Flugzeug von Prag nach Tel Aviv sitzen sollen, doch ihre Plätze blieben leer. Mali und Liel wurden als vermisst gemeldet, und die israelische Botschaft veröffentlichte eine Fahndung. Europol wurde eingeschaltet, weltweite Suchmaßnahmen gestartet. Zudem reisten ranghohe Beamte und Agenten des israelischen Geheimdienstes nach Österreich. Die Behörden fanden heraus, dass die Frauen ihre Flucht seit etwa Juli geplant hatten. Sie hatten sich zusätzliche Mobiltelefone mit nicht registrierten Nummern besorgt und Apps gelöscht, die eine digitale Nachverfolgung ermöglichen.
Flucht nach Südamerika
Während in Wien nach den vermissten Frauen gesucht wurde, reisten Mali und Liel vermutlich mit dem Zug nach Frankfurt am Main und bestiegen dort eine Maschine nach Buenos Aires. Als ihr Einstieg in das Flugzeug bemerkt wurde, begab sich ein israelischer Polizeivertreter zum Flughafen in Argentinien und informierte die örtliche Polizei. Schließlich wurden die Frauen von einer israelischen Spezialeinheit in einem Bus festgenommen. Nach Befragungen konnten sie jedoch gehen. Die Polizeivertreter stellten sicher, dass keine Lebensgefahr bestand, sie nicht bedroht wurden und ihre Reise fortsetzen konnten.
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