Kronstorf

Weiterer Google-Ausbau könnte 4,4 TWh pro Jahr brauchen

Julia Herr
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Zum Vergleich: Oberösterreich verbrauchte im Vorjahr laut Energiebericht 14 TWh.
OE24 auf Google bevorzugen

Sollte die zweite Ausbaustufe des Google-Rechenzentrums in Kronstorf (Bez. Linz-Land) realisiert werden, könnte diese einen weit höheren Stromverbrauch haben als bisher bekannt: Während die in Bau befindliche erste Stufe einen Jahresverbrauch von maximal 1,3 Terawattstunden (TWh) haben dürfte, wären das bei der zweiten bis zu 4,4 TWh, rechnete die Netz OÖ der APA vor. Zum Vergleich: Ganz Oberösterreich verbrauchte 2024 laut Energiebericht 14 TWh. Die SPÖ will nun das UVP-Gesetz überarbeiten.

Ende April war der Spatenstich für ein Datencenter in Kronstorf gesetzt worden. Die Maximalkapazität für den Strombedarf betrage 150 Megawatt, hieß es damals. Nun wurden aber weitere Pläne eingereicht, die das gesamte 50-Hektar-Areal umfassen und den Standort zu einem der größten innerhalb des Konzerns machen sollen. Ein etwaiger Endausbau hätte eine Maximalkapazität von 500 Megawatt, teilte Google auf Nachfrage mit. Zum erwarteten Jahresverbrauch äußerte sich der Konzern nicht.

Laut Netz Oberösterreich dürfte dieser in der ersten Ausbaustufe bei bis zu 1,31 TWh liegen, was dem Jahresstromverbrauch von 375.000 Haushalten entspreche. Würde die zweite Stufe mit 500 MW Spitzenleistung realisiert, würde der Verbrauch bei bis zu 4,4 TWh betragen. Das wäre fast ein Drittel des bisherigen Gesamtbedarfs (Haushalte, Industrie, Verkehr) des Bundeslandes: Ganz Oberösterreich verbrauchte 2024 laut Oberösterreichischem Energiebericht 14 TWh.

Rechenzentren seien keine Vorhabenskategorie im UVP-Gesetz und da das Projekt die UVP-Schwellenwerte nicht erreiche, sei es nicht UVP-pflichtig, kritisiert SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr. Sie will das Thema daher in die aktuell laufenden Verhandlungen über die Novelle des UVP-Gesetzes einbringen. Zusätzlich zum Strombedarf könnten täglich rund 5,8 Mio. Liter 30 Grad warmes Wasser in die Enns eingeleitet werden, sieht sie massive Auswirkungen auf Umwelt, Boden-, Strom- und Wasserverbrauch. "Es kann nicht sein, dass kleine Windkraftprojekte streng auf ihre Umweltwirkung geprüft werden, während riesige Server-Hallen auf der grünen Wiese ohne Überprüfung auskommen können", so die SPÖ-Umweltsprecherin.

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