Storchennachwuchs

Wenn die Liebe fliegen lernt

So süß!
© WWF/Micheal Stelzhammer
Manchmal schreibt die Natur die schönsten Liebesgeschichten selbst – und heuer hat sie sich in Marchegg (Bezirk Gänserndorf) besonders viel Mühe gegeben. Mit 147 Jungvögeln ist den Weißstörchen dort ein Nachwuchsrekord gelungen, der selbst den bisherigen Höchststand von 1996 um neun kleine Herzschläge übertrifft.
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Der WWF gab die berührende Nachricht am Montag bekannt. Auch bei den Brutpaaren wurde Geschichte geschrieben: 46 treue Storchenpaare fanden heuer zueinander und zogen gemeinsam ihre Familien groß – ein Gleichstand mit dem Rekordjahr 1994.

Zärtliche Zahlen

Und als hätte das Glück gleich doppelt zugeschlagen, kamen pro Paar im Schnitt rund drei Küken zur Welt – so viele wie nie zuvor. Erhoben wurden die zärtlichen Zahlen im Rahmen eines liebevollen Monitorings des Vereins "AURING", das im WWF-Auenreservat, auf dem Schlossgelände, in Markthof und in der Stadt Marchegg durchgeführt wurde.

147 kleine Herzen mit Flügeln

"Die erfreulichen Zahlen sind ein großer Erfolg für den Artenschutz und verdeutlichen die Bedeutung des WWF-Auenreservats für die Biodiversität", freut sich Jurrien Westerhof vom WWF – man spürt förmlich die Rührung hinter diesen Worten.

Ein Zuhause, in dem Liebe wachsen kann

Damit aus zarten Anfängen ein Nest voller Leben werden kann, brauchen Weißstörche mehr als nur Glück: geeignete Brutplätze und nahrungsreiche Wiesen in unmittelbarer Nähe. "In Marchegg kommt beides zusammen, das macht dieses Gebiet so wertvoll für ihren Bruterfolg", erklärt Karin Donnerbaum, Biologin beim Verein "AURING", mit einem Hauch von Stolz in der Stimme. Auch die behutsame, naturnahe Bewirtschaftung des Reservats trägt ihren Teil dazu bei, dass sich hier Storchenfamilien so wohlfühlen wie nirgendwo sonst.

Ein Nest voller Glück

Und es sind nicht nur die Störche, die von dieser liebevoll gepflegten Landschaft profitieren: Eine Rinderherde und die halbwilden Konik-Pferde grasen sanft durch die Auen und schaffen dabei kleine Paradiese – Dunghaufen, Suhlen, unterschiedlichste Vegetationsstufen. "Davon profitieren neben den Weißstörchen noch viele weitere Tier- und Pflanzenarten", so Westerhof liebevoll über das Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur.

Ein Reservat wie aus einem Bilderbuch

Das rund 1.100 Hektar große Auenreservat Marchegg ist eine wahre Schatzkammer der Artenvielfalt: Mehr als 500 gefährdete Tier- und Pflanzenarten finden hier ein Zuhause – von den geliebten Weißstörchen bis hin zu majestätischen Seeadlern, scheuen Schwarzstörchen und eleganten Rotmilanen. "Marchegg zeigt, was langfristiger Naturschutz bewirken kann", betont der WWF mit spürbarem Herzblut – und wünscht sich, dass diese Liebe zur Natur auch politisch mit einer österreichweiten Renaturierungsoffensive erwidert wird.

Ein Sommer voller Flügelschlagen, Klappern und kleiner Wunder – Marchegg hat gezeigt, wie viel Zärtlichkeit die Natur zu bieten hat, wenn man ihr nur den Raum dafür lässt.

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