IWF-Chef Strauss-Kahn

Die Wirtschaftskrise ist laut IWF-Chef noch nicht vorbei

Die Finanz- und Konjunkturkrise ist nach Einschätzung von IWF-Chef Strauss-Kahn ein Jahr nach der Pleite von Lehman Brothers noch nicht überwunden. In zu vielen Köpfen - auch von Spitzenpolitikern - sei die Krise schon vorbei, sagte Strauss-Kahn dem "Spiegel". "Dieses Denken ist gefährlich", warnte er.

Auch wenn Deutschland und Frankreich im zweiten Quartal ein paar gute Konjunkturdaten vorgelegt hätten. Die Arbeitslosigkeit werde trotzdem mindestens ein Jahr lang weiter steigen. Mitte 2010 werde sie am höchsten sein.

"Der Finanzkrise folgt also nicht nur eine Wirtschafts-, sondern auch eine Sozialkrise, die ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat", sagte der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF). Er warnte deshalb davor, schon jetzt aus den weltweiten Programmen zur Stützung von Konjunktur und Banken auszusteigen.

Die Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G-20) beraten in knapp zwei Wochen im amerikanischen Pittsburgh über Ausstiegsszenarien für die Hilfsprogramme. Die Lehman-Pleite am 15. September 2008 hatte in der Finanzwelt einen Flächenbrand und hektische Rettungsaktionen von Notenbanken und Regierungen auf der ganzen Welt ausgelöst.