Erste Group sucht in Polen Übernahmemöglichkeit

Die Erste Group hält Ausschau nach einer Bank in Polen, die sie übernehmen könnte. Das sagte Ingo Bleier, Chef im Bereich Investment Banking bei der Erste Group, der polnischen Agentur PAP. "Wir wollen mittelfristig im polnischen Bankensektor vertreten sein", erklärte Bleier.

In Frage komme eine Bank, die "einen sichtbaren Marktanteil im Retailgeschäft hat", zitiert PAP den Erste-Manager. Bleier lobte die polnischen Banken dafür, dass sie in den vergangenen Jahren keine so hohen Abschreibungen wegen fauler Kredite hätten vornehmen müssen.

Nach Informationen der Wirtschaftszeitung "Puls Biznesu" gab es bereits ein Treffen von Vertretern der Ersten und der polnischen Alior Bank, die von der italienischen Carlo-Tassara-Gruppe abgestoßen werden soll. Im Prospekt für eine Aktien-Neuemission von Alior, der vor wenigen Tagen vorgelegt wurde, heißt es, Tassara wolle bis zum Jahresende 34 Prozent seiner Aktien verkaufen. Nach der Neuemission würde dies einem Anteil von 30 Prozent entsprechen. Insgesamt stünden deshalb noch heuer rund 40 Prozent der Bank zum Verkauf, so "Puls Biznesu".

Nach Ansicht von Kamil Stolarski von der Espirito Santo Investment Bank würde jedoch eher die Bank BGZ zur Erste Bank passen, die bei einem Engagement im Ausland stets eine führende Rolle im Bankensektor anstrebe. Die niederländische Rabobank will die BGZ abstoßen, die mit einer Bilanzsumme von über 36 Mrd. Zloty (8,6 Mrd. Euro) deutlich größer ist als die Alior Bank (23 Mrd. Zloty).

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