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Euro Stoxx 50

Europas Leitbörsen schließen im Minus

Wenig Impulse, Spekulationen über baldige US-Zinserhöhung.

Die europäischen Leitbörsen haben am Montag nach einem orientierungslosen Handelstag mehrheitlich etwas schwächer geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 7,83 Einheiten oder 0,26 Prozent auf 2.960,37 Zähler.

Nach einer etwas leichteren Eröffnung drehten die Aktienmärkte in Europa rasch ins Plus und bauten ihre Gewinne zunächst aus. Bereits im Mittagshandel kamen sie jedoch von ihren Tageshochs wieder zurück und rutschten schließlich wieder in die Verlustzone ab. Der Handel verlief dabei allerdings weitgehend impulslos. Weder in Europa noch in den USA standen marktrelevante Konjunkturdaten am Programm.

Nicht zuletzt deswegen rückten neuerlich Spekulationen um eine baldige Zinserhöhung in den USA in den Vordergrund. "Dass es einige Vertreter innerhalb der US-Notenbank gibt, die erpicht darauf sind, die Zinsen anzuheben, verdirbt vielen gerade die Laune", kommentierte der Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Bei den Einzelwerten sprangen an der Zürcher Börse Syngenta-Aktien um über zehneinhalb Prozent nach oben. Der chinesische Chemiekonzern ChemChina ist bei der Übernahme des schweizerischen Düngemittelherstellers einen Schritt weiter. Von den US-Behörden bekamen die Chinesen das Einverständnis für die 43 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme. Zahlreiche Behörden in anderen Ländern müssen dem Geschäft allerdings ebenfalls noch zustimmen.

Im Euro-Stoxx-50 notierten Carrefour-Aktien mit einem Plus von 2,74 Prozent an der Indexspitze. Das Analysehaus Bernstein hat die Titel des Einzelhändlers auf "Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 24,50 auf 25,50 Euro angehoben. Inzwischen sei das denkbar schlechteste Szenario eingepreist, hieß es zur Begründung. Der Kursrutsch sei übertrieben gewesen. Zum Vergleich: Derzeit nortiert die Aktie bei 22,53 Euro.

Daneben tendierten Volkswagen-Papiere mit einem Plus von 0,13 Prozent kaum verändert. Unter dem Druck eines fast einwöchigen Produktionsstopps bei seinem wichtigsten Modell Golf nimmt das Unternehmen heute neue Verhandlungen mit zwei Zulieferern auf. Die Unternehmen der Prevent-Gruppe weigern sich, bestellte Teile für Getriebe und Sitze herauszugeben.

Unterdessen ist bekannt geworden, dass auch Daimler Probleme mit dem selben Zulieferer hat. Beim Landgericht Braunschweig ist eine Millionenklage von Prevent gegen Daimler anhängig, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Die Zulieferergruppe fordere vor Gericht einen finanziellen Ausgleich für Aufträge, die Daimler im Jahr 2013 gekündigt hatte, heißt es in dem Bericht. Daimler-Aktien beendeten den Handelstag prozentuell unverändert bei 61,41 Euro.