S&P stuft Rating Spaniens auf AA herab

Euro auf Jahrestief

S&P stuft Rating Spaniens auf AA herab

Der Ausblick für die Kreditbewertung bleibe auch weiter negativ.

Nach Griechenland und Portugal hat die Ratingagentur Standard & Poor's auch die Kreditwürdigkeit von Spanien herabgestuft. Das langfristige Rating werde um eine Note von "AA+" auf "AA" reduziert, teilte Standard & Poor's am Mittwoch in London mit. Der Ausblick für die Kreditbewertung bleibe negativ. Spanien wird aber noch deutlich besser als die beiden anderen südeuropäischen Länder bewertet. So werden griechische Anleihen nur noch mit BB+ bewertet, was einem Ramschstatus entspricht, und Portugal mit A-. Spanien hatte vor der Krise noch von S&P die Bestnote "AAA" erhalten.

Nach der Meldung geriet der Euro erneut unter Druck und sank auf den tiefsten Stand seit einem Jahr: Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung kurzzeitig 1,3116 Dollar, danach 1,3129 Dollar .Zudem wurden auch die Aktienmärkte etwas belastet. Die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen stieg auf 4,127 Prozent. Sie lag aber damit deutlich unter der von Portugal (5,757 Prozent) und der von Griechenland (9,919 Prozent). Deutsche Bundesanleihen rentierten mit 2,980 Prozent.

Spanien stehe vor einer längeren Phase eines verhaltenen Wirtschaftswachstums, begründete S&P seine Umstufung. Dies schwäche auch die Aussichten für den Staatshaushalt. Die Phase eines kreditfinanzierten Wachstums sei vorbei und münde jetzt in einer Periode mit einer schwachen Konjunkturentwicklung. Diese Schwächephase dauert laut S&P länger als zuvor erwartet. Im Zeitraum 2010 bis 2016 dürfte das Wirtschaftswachstum im Durchschnitt bei 0,7 Prozent liegen. Zuvor war man noch von über 1,0 Prozent ausgegangen.

Das Ziel eines Haushaltsdefizits von 9,8 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr dürfte die spanische Regierung laut S&P erreichen. Allerdings sollten mittelfristig die Staatseinnahmen niedriger als bisher erwartet ausfallen. Das Budgetdefizit dürfte daher auch noch 2013 über fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegen. Spanien wollte dann eigentlich wieder den europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt einhalten. Hier liegt die Defizitobergrenze bei maximal drei Prozent. Der Schuldenstand im Verhältnis zum BIP dürfte von derzeit 51,3 Prozent im vergangenen Jahr auf 85 Prozent im Jahr 2013 klettern. In Deutschland lag der Schuldenstand im vergangenen Jahr bei 73,2 Prozent des BIP

Wie andere Wertpapiere werden auch Staatsanleihen von den Ratingagenturen bewertet. Ihre Empfehlungen sind ein wichtiges Signal für die Kreditwürdigkeit eines Landes. Bei unsoliden Finanzen verlangen die Märkte von den Staaten höhere Zinsen für die Kredite - sozusagen als Preis für das erhöhte Ausfallrisiko. Das Schuldenmachen ist für den betroffenen Staat dann teurer.