Lanxess will in Deutschland 300 Stellen abbauen

Der Spezialchemiekonzern Lanxess will im Zuge seines Sparprogramms in Deutschland 300 Arbeitsplätze streichen. Von den 1.000 im Gesamtkonzern abzubauenden Stellen würden 300 an deutschen Standorten wegfallen, sagte Vorstandschef Axel Heitmann am Mittwoch in Köln. Standortschließungen seien in Deutschland nicht geplant.

Der Abbau solle vornehmlich über Vorruhestandsregelungen oder Abfindungszahlungen erfolgen. "Wir konnten in der Vergangenheit immer betriebsbedingte Kündigungen vermeiden, das ist gelebte Praxis, aber ausschließen kann man so was nie", sagte Heitmann.

Den Großteil des geplanten Stellenabbaus will das Unternehmen im kommenden Jahr durchziehen. Allein 2014 solle die Zahl der Mitarbeiter um rund 670 verringert werden, sagte Heitmann am Mittwoch in Köln.

Am Vorabend hatte Lanxess ein Sparprogramm und einen umfangreichen Stellenabbau bekannt gegeben. Das Einsparvolumen liegt bei rund 100 Mio. Euro pro Jahr ab 2015. Die Belastungen bezifferte Lanxess für 2013 und 2014 auf insgesamt rund 150 Mio. Euro. Auch hier entfällt jeweils der Großteil auf das kommende Jahr.

Lanxess ist mit weltweit knapp 17.500 Mitarbeitern der weltgrößte Hersteller von Synthesekautschuk und damit besonders abhängig von der Auto- und Reifenindustrie. Rund 40 Prozent des Konzernumsatzes von 9,1 Mrd. Euro im vergangenen Jahr entfiel auf die Autobranche. Viele Autobauer kämpfen aber seit Monaten mit rückläufigen Absätzen. "Europa wird schwierig bleiben", sagte Heitmann mit Blick auf die Lage der Autoindustrie dort.

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