Londoner Börse zapft für Übernahme Kapitalmarkt an

Zur Finanzierung ihres Rekordkaufs in den USA erhöht die Londoner Börse (LSE) erstmals in ihrer Firmengeschichte das Kapital. Für die Übernahme des Vermögensverwalters und Index-Anbieters Frank Russell wollen die Briten rund 1,6 Mrd. Dollar (1,2 Mrd. Euro) einsammeln, wie der Marktbetreiber am Freitag mitteilte.

Dafür gibt die LSE gut 74 Mio. neue Aktien zu einem Preis von jeweils 12,95 Pfund (16,2 Euro) aus - ein Abschlag von etwa 30 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Mit den Mitteln finanziert der Rivale der Deutschen Börse einen Teil der Übernahme, die ein Volumen von 2,7 Mrd. Dollar hat.

Die übrigen 1,1 Mrd. Dollar will die LSE mit bereits existierenden Kreditlinien diverser Banken stemmen. Die Kapitalerhöhung werde ebenfalls von mehreren Geldinstituten begleitet, darunter auch die Deutsche Bank. Die LSE will mit dem Kauf von Russell ihre Position in den USA ausbauen. Für die Briten interessant ist vor allem das Index-Geschäft des Traditionskonzerns aus Seattle.

Nach dem Zusammenschluss erhält die LSE Lizenzgebühren von Finanzinstituten, die Fonds auf einen der Russell-Indizes auflegen. Zudem kann die LSE die dazugehörigen Handelsdaten weiterverkaufen. Für alle Marktbetreiber, die unter dem mauen Börsenhandel leiden, gewinnen die Erträge aus dem Index-Geschäft an Bedeutung. Auch die Deutsche Börse hat ihr Angebot deutlich ausgebaut.

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