Metaller bekommen mehr Lohn

2,5 bis 3,2 Prozent

Metaller bekommen mehr Lohn

Der Streik der Metaller konnte im letzten Moment abgewendet werden.

Die Arbeiter und Angestellten der Maschinen- und Metallbauindustrie erhalten mit 1. November im Durchschnitt 2,85 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Der Mindestlohn steigt auf 1.688 Euro. Die Bandbreite der Lohnerhöhungen reicht von 2,5 bis 3,2 Prozent. Die Zulagen legen um 2,1 Prozent zu. Über neue Arbeitszeitregelungen wird gesondert verhandelt, hier soll es bis zum 30. Juni 2014 eine Einigung geben.

Dem Kompromiss war eine Streikdrohung voraus gegangen, diese hat sich nun erübrigt. Hätte es keine Einigung gegeben, hätten die rund 120.000 Beschäftigten des Fachverbandes morgen, Dienstagfrüh, die Arbeit niedergelegt. Zur Einigung waren fünf Verhandlungsrunden erforderlich. Arbeitnehmer wie Arbeitgeber sprachen von einem gerade noch vertretbaren Kompromiss.

Beide Seiten können nach dem Kompromiss beim Kollektivvertrag 2014 für die Maschinen- und Metallbauindustrie auf Erfolge verweisen. Den Arbeitnehmervertretern war es gelungen, das Arbeitszeitthema einmal mehr aus dem Kollektivvertrag auszuklammern, die Arbeitgeber wiederum haben nun die getrennten Verhandlungen für alle sechs Metaller-Fachverbände fest geschweißt.

Die getrennten Verhandlungen betreffen auch das kommende Feilschen um ein neues Arbeitszeitkonto. Dazu heißt es in der Vereinbarung zwischen den Vertragspartnern: "Der Fachverband der Maschinen und Metallwarenindustrie (FMMI) sowie die Gewerkschaften Pro-Ge und GPA-djp kommen überein, unmittelbar nach Abschluss dieses Kollektivvertrages Verhandlungen über eine Neugestaltung der kollektivvertraglichen Arbeitszeitverteilung unter neuen Rahmenbedingungen auszunehmen und das Ergebnis bis 30. 6. 2014 verbindlich als kollektivvertragliches Arbeitszeitmodell zu vereinbaren."

Arbeitgeber-Chefverhandler Veit Schmid-Schmidsfelden betonte nach der Einigung Montagnacht, der Abschluss sei nur unter der Bedingung weiterer Verhandlungen über ein Arbeitszeitmodell erfolgt. "Wir haben sehr hart verhandelt. Es gibt nun einen Fahrplan für ein Arbeitszeitmodell bis zum 30. Juni", so Schmid-Schmidsfelden. Sollte es bis dahin keine Einigung geben hätte das Auswirkungen auf die nächstjährigen KV-Verhandlungen, erklärte FMMI-Obmann Christian Knill.

Mit einem Abschluss in der Bandbreite von 2,5 bis 3,2 Prozent Lohnerhöhung blieben die Verhandler über der Inflationsrate von zuletzt 1,7 Prozent. Die heutige Einigung betrifft mit 120.000 Metallern den Großteil der Branche von insgesamt 180.000 Beschäftigten. Die Kollektivvertragsverhandlungen mit den restlichen fünf Fachverbänden dauern noch an.

Der heutigen Einigung mit dem Fachverband der Maschinen- und Metallwarenindustrie war eine Streikdrohung voraus gegangen. Während im Vorjahr vier Verhandlungsrunden notwendig waren, benötigten heuer beide Seiten fünf Runden.

Die beiden Chefverhandler auf Arbeitnehmerseite, Rainer Wimmer (Pro-Ge) und Karl Proyer (GPA), zeigten sich erleichtert über den Abschluss deutlich über der Inflationsrate. Man habe auf beiden Seiten mit "Mut und Kreativität" verhandelt. Nun sollen in den nächsten Wochen die Gespräche über Änderungen bei der Arbeitszeit aufgenommen werden.