Massiver Rückgang!

Nach Spenden-Einbruch: SOS-Kinderdorf streicht Jobs

Nach sinkenden Spenden und tiefgreifenden Reformen zieht SOS-Kinderdorf Österreich Konsequenzen: Mehrere Dutzend Arbeitsplätze werden gestrichen. Hintergrund sind finanzielle Probleme und die Aufarbeitung schwerer Vorwürfe aus der Vergangenheit.

Die Hilfsorganisation baut in ihrer Verwaltung Stellen ab. Laut Geschäftsführerin Caroline Porcham verlieren insgesamt 28 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz, weitere Mitarbeitende müssen sich auf Änderungen ihrer bisherigen Verträge einstellen.

Betroffen sind mehrere Standorte in Österreich. Die meisten Kündigungen entfallen auf Innsbruck und Wien, einzelne Stellen werden auch in Graz gestrichen. Nach Angaben der Organisation sollen Unterstützungsmaßnahmen für besonders betroffene Mitarbeiter angeboten werden.

Spenden deutlich zurückgegangen

Auslöser für den Sparkurs sind rückläufige Einnahmen. Laut SOS-Kinderdorf gingen die Spenden bereits im vergangenen Jahr merklich zurück. Für heuer wird ein weiterer deutlicher Rückgang erwartet. Gleichzeitig habe die interne Aufarbeitung gezeigt, dass organisatorische Änderungen notwendig seien. Aufsichtsratschef Friedrich Santner sprach davon, dass im Zuge der Reform „Ineffizienzen und Doppelgleisigkeiten“ sichtbar geworden seien.  "Unabhängig davon war es aber notwendig, dass man die Organisation strafft", sagte Santner 

Folgen der Missbrauchs-Aufarbeitung

Die Einschnitte stehen auch im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen rund um SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner sowie öffentlich gewordenen Missständen in Einrichtungen der Organisation. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde eine unabhängige Kommission eingesetzt, die Reformen begleiten und mögliche Versäumnisse untersuchen soll. Ein Abschlussbericht wird noch im Juni erwartet.

Betreuung soll bestehen bleiben

Trotz des Stellenabbaus versichert SOS-Kinderdorf, dass Kinder und Jugendliche weiterhin betreut werden. „Kein Kind wird die Betreuung verlassen“, erklärte Caroline Porcham. Derzeit werde gemeinsam mit Ländern und Standortleitungen geprüft, wie Angebote künftig organisiert werden können. Möglich seien Anpassungen oder Zusammenlegungen einzelner Bereiche.

Insgesamt bleiben weiterhin mehr als 2.000 Mitarbeitende bei SOS-Kinderdorf beschäftigt. Die Organisation spricht von einem schmerzhaften, aber notwendigen Schritt.

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