Neben ÖBB und Westbahn mischt jetzt ein neuer Zug-Betreiber den Passagier-Verkehr in Österreich auf: Silverstar Railways aus Wien.
Europaweit fahren nur die Schweizer und Luxemburger mehr mit dem Zug als wir. 320.000 Klimaticket-Besitzer, riesige ÖBB-Ausbauprojekte. Die Schiene ist der Mobilitäts-Hit schlechthin.
Ab nächstem Jahr mischt ein brandneuer Player auf unseren Gleisen mit! Bislang kennen ihn nur echte Insider: Silverstar Railways. Dahinter steckt der Kindheitstraum von Ex-ÖBB-Lokführer Patrick Kröll.
Moderne Siemens-Loks
Erst 2024 gegründet, zählt die Truppe von Silverstar Railways aktuell zehn Mitarbeiter. Acht davon sind Lokführer, die bisher vor allem im Güterverkehr aushalfen. Zwei moderne Siemens-Loks sind bereits geleast.
Doch jetzt geht’s ans Eingemachte: Noch heuer will Silverstar die EU-Sicherheitsbescheinigung schaffen und als eigenständiges Eisenbahnunternehmen durchstarten. Das Ziel: Fahrgäste befördern und der Konkurrenz so richtig einheizen!
Erste Strecke fix: Wien – Bad Aussee
Die erste planmäßige Verbindung wurde am Montag im Ö1-Radio enthüllt. Fix ist: Ab 2027 rollen direkte Schnellzüge von Wien nach Bad Aussee. Bisher eine Geduldsprobe mit langsamem Intercity und Umstieg in Attnang-Puchheim. Für Ausflügler und Touristen ein Träumchen – endlich ohne Umsteige-Stress ins Salzkammergut.
Silverstar Railways wurde 2024 in Wien gegründet. Mit dem Anspruch Mobilität smarter, effizienter und verlässlicher zu machen. Chef ist der ehemalige ÖBB-Lokführer Patrick Kröll (2. v.r.), der sich damit seinen Kindheitstraum erfüllt.
Blick Richtung Süden: Italien, Slowenien, Kroatien
Und es könnte noch viel mehr kommen: Sechs bis sieben weitere Strecken prüft Silverstar gerade. Firmenchef Kröll verrät: „Ein sehr interessanter Markt wäre, Österreich mit Italien zu verbinden oder auch nach Slowenien oder Kroatien die Korridore wieder etwas zu öffnen.“ Da träumen Urlauber jetzt schon vom Direktzug ans Meer!
Preis-Hammer möglich: Experte sieht drastisches Sparpotenzial
Eisenbahn-Experte Josef Doppelbauer erklärt im Bericht den Clou für Fahrgäste: Mehr Anbieter = mehr Züge = fallende Preise. In Tschechien sackten die Ticketpreise durch Wettbewerb um bis zu 50 Prozent ab. Ein solcher Preis-Putsch wäre auch bei uns denkbar.
Mehr kurze Züge belasten natürlich das Netz stärker als wenige lange Garnituren. Da müsse der Staat beim Ausbau weiter zulegen, sonst drohen Staus auf der Schiene. Und: Weil jeder Betreiber derzeit sein eigenes Ticket-System hat, warnt Doppelbauer vor einem wahren Tarif-Dschungel. Da braucht’s bald eine smarte Lösung.
Österreich bleibt also auf der Überholspur: Der Bahn-Boom geht in die nächste Runde!