Praktiker stellt Auslandsfilialen auf Prüfstand

Die angeschlagene deutsche Baumarktkette Praktiker steigt aus mehreren Auslandsmärkten aus. Der Rückzug erfolgt aktuell aus der Türkei, aus Luxemburg und in diesem Jahr noch aus dem "Abenteuer" Ukraine, wie Vorstandschef Armin Burger bei der Hauptversammlung den Aktionären berichtete. Es stünden aber auch weitere Länder auf dem Prüfstand. Mit 99 Märkten war die Kette Ende März noch im Ausland vertreten, die rund 112 Mio. Euro zum Umsatz beisteuerten. Praktiker war durch eine fehlgeschlagene Rabattstrategie in eine schwere Krise geraten und hatte erst im vergangenen Jahr seine Finanzierung sichern können.

Der Konzernerlös ging in den ersten drei Monaten 2013 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um mehr als zehn Prozent auf 570 Mio. Euro zurück. Der lange Winter hatte bei den Baumärkten den Start in die Frühjahrs- und Gartensaison verhagelt.

Die Umflaggung früherer Praktiker-Filialen auf die Marke Max Bahr funktioniert nach den Worten des Vorstandschefs. Die neuen Märkte zeigten schon nach kurzer Zeit eine Ertragskraft, die der etablierter Filialen entspreche. Wie erfolgreich die Umstellungen wirklich sein werden, werde sich erst nach einem kompletten saisonalen Zyklus erweisen, fasste Burger, der in Österreich viele Jahre Chef von Hofer war, zusammen.

Rund 800.000 Euro investiert das Unternehmen durchschnittlich in den Markenwechsel am jeweiligen Standort. Aktuell gibt es bundesweit 123 Max-Bahr-Filialen, 54 mehr als im Herbst 2012. Mit 200 Märkten Ende dieses Jahres soll Max Bahr zu den vier führenden Baumarkt-Ketten in Deutschland gehören. Praktiker soll eine Discount-Marke mit weniger Artikeln und kleineren Flächen werden. Der Konzern beschäftigt rund 17.800 Mitarbeiter.

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