Russland stoppt EU-Agrarimporte

Als Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen des Westens stoppt Russland die Einfuhr von Agrarprodukten aus der EU und den USA. Auch aus Kanada, Norwegen und Australien dürften bestimmte Lebensmittel nicht mehr eingeführt werden, sagte Ministerpräsident Dmitri Medwedew am Donnerstag in Moskau. Zudem erwäge Russland ein Überflugverbot für die USA und die EU auf dem Weg nach Asien.

Eine Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen. Die russische Regierung untersagt ferner Transitflüge ukrainischer Fluggesellschaften über ihr Hoheitsgebiet. Der russische Landwirtschaftsminister Nikolai Fjodorow will bei den gegen den Westen verhängten Importverboten für Agrarprodukte auch Kasachstan und Weißrussland ins Boot holen. So will Moskau offenbar eine Umgehung der vor allem gegen die USA und die EU verhängten Verbote verhindern.

"Es gibt nichts Gutes an Sanktionen, und es war keine einfache Entscheidung, aber wir mussten es tun", sagte Medwedew. Ab sofort dürfen Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch sowie Milch und Molkereiprodukte aus dem Westen nicht mehr nach Russland importiert werden. Medwedew sagte, dass die heimische Produktion die Lücken mit Ausnahme von Milch und Fleisch schließen könne.

Fjodorow rechnete nach eigenen Angaben nicht damit, dass die Getreide-Exporte durch Sanktionen in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Liste der mit Importverboten belegten Waren werde zudem womöglich verkleinert.