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Jetzt wird's ernst

Exxon will BP übernehmen

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Die Ölpest knabbert an der Substanz der Briten. Exxon und angeblich auch Chevron prüfen ein Übernahmeangebot für ihren Konkurrenten.

Der US-Ölkonzern ExxonMobil prüft ein Übernahmeangebot für den angeschlagenen britischen Konkurrenten BP. Das Unternehmen hat bei der Regierung in Washington um Erlaubnis für eine solche Prüfung angefragt, berichtet die britische Zeitung "Sunday Times". Die US-Regierung hat demnach versichert, dass sie einem Angebot von ExxonMobil und einem anderen US-Unternehmen, bei dem es sich um Chevron handeln soll, nicht im Weg stehen würde. Exxon habe "ernsthaftes Interesse" signalisiert, wird ein Insider zitiert.

Ölpest war zu kostspielig für BP

Gerüchte über eine Übernahme hatten angesichts der schweren finanziellen Belastung von BP durch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko bereits mehrfach die Runde gemacht. Laut Medienberichten hatte BP deshalb in der vergangenen Woche mit strategischen Investoren über eine Beteiligung gesprochen, die einen Ausverkauf des Unternehmens verhindern soll. Experten halten auch für wahrscheinlich, dass die britische Regierung versuchen würde, eine Übernahme des Traditionsunternehmens zu verhindern.

Briten stoßen Teilbereiche ab

BP macht Fortschritte bei dem Plan, Bereiche zu verkaufen, um Geld für die Schadensbeseitigung im Zusammenhang mit der Ölpest zusammenbekommen. Es verhandle derzeit mit dem US-Unternehmen Apache Corporation über den den Verkauf von Vermögenswerten in Höhe von 8 Milliarden Pfund (9,5 Mrd. Euro). Dabei geht es auch um einen Teil des riesigen Ölfeldes Prudhoe Bay in Alaska. BP wollte den Bericht nicht kommentieren. Weitere Bereiche, über deren Verkauf nachgedacht werde, sind die Anteile von BP am argentinischen Ölproduzenten Pan American Energy sowie an Geschäftssparten in Venezuela, Kolumbien und Vietnam.

BP unternahm am Wochenende einen erneuten Versuch, die Ölfontäne auf dem Meeresgrund im Golf von Mexiko endlich zu stoppen. Mehrere ferngesteuerte Roboter begannen in 1.500 Meter Tiefe mit einer höchst komplizierten Operation, bei der ein riesiger Zylinder über das Leck gestülpt werden soll.

Gelingt es dem Unternehmen tatsächlich, das nach der Explosion einer Bohrinsel entstandene Leck zu stopfen, könnte dies dem Kurs der gebeutelten BP-Aktie Auftrieb verleihen. Konkurrenten, die an Filetstücken des angeschlagenen Konzerns interessiert sind, dürften sich dadurch aber nicht abschrecken lassen - im Gegenteil. Denn erst nach einem Stopp des Ölflusses ließe sich näher beziffern, wie ernst die Lage von BP tatsächlich ist. Auch Investoren, die Anteile des Ölkonzerns zum Schutz gegen eine Übernahme wie zum Beispiel durch ExxonMobil erwerben sollen, wüssten erst dann genau, worauf sie sich einlassen. Am 27. Juli will BP seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorlegen.

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