Ryanair-Piloten drohen mit weiteren Streiks

Mitten im Flugchaos

Ryanair-Piloten drohen mit weiteren Streiks

Am Freitag fallen 250 Flüge aus und die nächste Streikwelle steht schon vor der Tür.

Wie berichtet, sind in Deutschland und fünf weiteren europäischen Ländern Ryanair-Passagiere am Freitag (28. September) von zahlreichen Flugausfällen wegen Streiks betroffen. Die Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit (VC) riefen die in Deutschland beschäftigten Flugbegleiter und Piloten zu Arbeitsniederlegungen auf und schlossen sich damit Aufrufen in mehreren europäischen Staaten an. Darüber hinaus gibt es gleich die nächste Streikandrohung.

Der irische Billigflieger verurteilte die Streiks als "unnötig" und "enttäuschend". Fast 250 von 2.400 für Freitag geplante Verbindungen wurden gestrichen. Ebenfalls streiken wollen am Freitag Ryanair-Flugbegleiter in Spanien, Belgien, den Niederlanden, Portugal und Italien. Österreich ist nicht betroffen. Es fallen jedoch auch Flüge von Ryanair-Maschinen aus, die für die Österreich-Tochter Laudamotion in Deutschland im Einsatz sind.

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Weitere Streiks angekündigt

Mitten während des Streikchaos drohen die deutschen Ryanair-Piloten dem irischen Billigflieger mit einem anhaltenden Arbeitskampf. "Solange das Unternehmen nicht zumindest mit uns in einen Schlichtungsprozess geht, wird es auch weitere Streiks geben", sagte der Tarifexperte der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Ingolf Schumacher, am Freitag am Frankfurter Flughafen.

"Wenn es sein muss, dann muss es weitere Streiks geben", so Schumacher. Die Piloten hätten keine andere Lösung. "Wir wollen den Wandel des Unternehmens." Neben den Ryanair-Piloten aus Deutschland streikt derzeit auch das Kabinenpersonal europaweit in sechs Ländern.

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Mehrere Forderungen

Das irische Unternehmen liegt seit Monaten im Clinch mit Gewerkschaften und musste bisher bereits mehrere Streiks verkraften. Die Arbeitnehmervertreter fordern nicht nur mehr Geld, sondern vor allem auch bessere Arbeitsbedingungen - so etwa Lohnfortzahlung oder Regeln zu Versetzungen.

Kritiker werfen Ryanair vor, Mitarbeiter in den einzelnen Ländern oft nicht mit lokalen Verträgen auszustatten und nationales Arbeitsrecht nicht anzuwenden. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi plant größere Kundgebungen des Kabinenpersonals in Frankfurt und in Berlin-Schönefeld. Zur Aktion am Hauptstadtflughafen werden auch Verdi-Chef Frank Bsirske und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwartet.