Nazi-Sager schockt Festival in Cannes

Wirbel um Lars von Trier

Nazi-Sager schockt Festival in Cannes

Nicht von Wettbewerb ausgeschlossen, aber zur Persona non grata erklärt.

Wegen seiner Äußerungen über Adolf Hitler ist der dänische Regisseur Lars von Trier beim Filmfestival in Cannes zur "Persona non grata", zur unerwünschten Person, erklärt worden. Dies erklärte die Festivalleitung am Donnerstag in der südfranzösischen Stadt. Die Entscheidung gelte mit "sofortiger Wirkung". Von der Teilnahme am Wettbewerb um die Goldene Palme ist von Trier dadurch aber nicht ausgeschlossen.

Inakzeptable Aussagen
"Der Verwaltungsrat verurteilt die Äußerungen Lars von Triers entschieden", heißt es in einer Mitteilung. Festivalpräsident Gilles Jacob hatte heute Vormittag eine Sitzung einberufen, um über Sanktionen gegen den Regisseur zu beraten. "Das Festival von Cannes gibt Künstlern weltweit eine besondere Bühne, um ihre Arbeit vorzustellen und die Freiheit der Kunst zu verteidigen." Dass Lars von Trier diese Bühne für"inakzeptable Aussagen", die den Idealen des Festivals widersprechen, benutzt habe, sei sehr bedauerlich.

Der 55-jährige Filmemacher hatte am Mittwoch in Cannes mit Hitler-freundlichen Äußerungen für einen Eklat gesorgt. "Er ist nicht das, was man einen guten Kerl nennen würde, aber ich verstehe vieles von ihm", sagte Trier, dessen Familie deutsche Wurzeln hat, bei der Vorstellung seines Films "Melancholia". "Ich sympathisiere ein bisschen mit ihm, ja." Am Mittwochabend hatte sich der Regisseur für seine Aussagen öffentlich entschuldigt.

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