Rätselhaft

Dschungel-Hammer: Rätsel um 100.000-Euro-Gewinn – Warum RTL noch nicht zahlte

Der Sender hat den Gewinn noch nicht ausgezahlt, es geht um eine Prämie von 100.000 Euro. Wo ist das Geld geblieben? 

Man stelle sich vor, man wäre seit geraumer Zeit um ein kleines Vermögen reicher – exakt 100.000 Euro –, doch niemand hat die Güte, einem Bescheid zu stoßen. Während das RTL-Dschungelcamp seine Pforten längst geschlossen hat, geistert eine Frage durch die mediale Landschaft, die für deutlich mehr Spannung sorgt als manche Dschungelprüfung: Wo ist das Geld?

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Eigentlich herrscht im australischen Busch mittlerweile wieder die gewohnte Ruhe der Natur, doch die Nachwehen der 19. Staffel rauschen noch immer kräftig durch den Blätterwald. Wie das Portal „t-online“ zuerst berichtete, hüllt sich der Sender bezüglich der Auszahlung der stattlichen Siegprämie von 100.000 Euro in vornehmliches Schweigen. Jener Betrag also, den ein glücklicher Anrufer abstauben sollte, der beim Finale dem – gelinde gesagt – umstrittenen  Sieger Gil Ofarim (43)  mittels kostenpflichtigem Anruf (50 Cent pro Versuch) zum Thron verholfen hat.

Ein Sieger im Verzug

Das Prozedere ist normalerweise ein bisserl flotter: Die für RTL und Vox zuständige Gewinnspiel-Plattform „Winario“ pflegt ihre Glückspilze zeitnah zu präsentieren. So findet sich etwa Hanna B., die beim großen Dschungel-Wiedersehen am 22. Feber 10.000 Euro abräumte, bereits ordnungsgemäß auf der Homepage. Wer indes nach dem Hauptgewinner vom Finale am 8. Feber sucht, blickt ins Leere. Dort liest man lediglich vertröstende Zeilen: „An dieser Stelle wird der/die Gewinner/-in des Dschungelcamp-Gewinnspiels vom 08.02.2026 schnellstmöglich veröffentlicht.“

Auf Nachfrage der BILD-Zeitung gab sich eine Sendersprecherin bemüht, die Wogen zu glätten: „Wie angekündigt wurde nach Ende des Gewinnspiels eine Gewinnerin bzw. ein Gewinner ermittelt. Leider konnten wir diese noch nicht verifizieren, sodass noch kein Name veröffentlicht werden konnte. Die Verifizierung erfolgt gemäß unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen.“

Es geht also um die Eruierung, ob es sich tatsächlich um einen „echten Menschen“ aus Fleisch und Blut gehandelt hat. Und weiter lässt der Sender wissen: „Das benötigte Zeitfenster richtet sich u. a. auch nach der Erreichbarkeit des Gewinners oder der Gewinnerin.“ Dass es ein bisserl länger dauern kann, sei angeblich nicht außergewöhnlich. Ob die Funkstille nun an der mangelnden Erreichbarkeit des Glücklichen liegt oder ob technische Unregelmäßigkeiten – Stichwort: automatisierte Votings – das Ergebnis trüben, kommentiert RTL kurz angebunden: „Der Gewinner/Die Gewinnerin wurde noch nicht erreicht. Ansonsten gibt es keine offenen Fragen oder andere Optionen.“

 


 

Von Bots und brisanten Votings

Es ist kein Geheimnis, dass die 19. Staffel von Beginn an von einem Hauch des Zweifels umweht war. In den sozialen Netzwerken wurde bereits fleißig gemutmaßt, ob beim rasanten Aufstieg Ofarims nicht womöglich Callcenter oder findige „Bots“ ihre Finger im Spiel hatten. Solche Spekulationen sind nicht neu; schon beim vergangenen ESC führten ähnliche Phänomene zugunsten Israels zu hitzigen Debatten.

RTL selbst wäscht seine Hände in Unschuld und verweist auf externe Expertise. Eine Sprecherin: „Wir arbeiten beim Zuschauervoting langjährig mit der ONCE GmbH zusammen, einem spezialisierten und erfahrenen Voting-Dienstleister, der unter anderem auch das Voting für den Eurovision Song Contest betreut. Das Voting wird dort technisch umgesetzt, überwacht und ausgewertet.“

Man darf nicht vergessen: Die Einnahmen aus den Telefonvoten sind ein lukratives Geschäft, an dem sowohl der Sender als auch der Dienstleister partizipieren. Und die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Der polarisierende Musiker Ofarim lag bereits ab dem zehnten Tag einsam an der Spitze – mit jeweils mehr als 50 Prozent der Stimmen.

Wie wird sich Gil Ofarim im Camp schlagen?
© Hersteller

Ein finales Fragezeichen

Im großen Finale triumphierte er schließlich mit fast 67 Prozent gegen Samira Yavuz (32). Branchenkenner wissen: Bei fünf Millionen Zuschauern und einer Quote von etwa zwei bis drei Teilnehmern pro tausend Seelen dürften rund 15.000 Menschen zum Hörer gegriffen haben. Bei einem Lockruf von 100.000 Euro könnten es freilich auch deutlich mehr gewesen sein. Über das exakte Ausmaß der Beteiligung hüllt sich der Sender jedoch in vornehmes Stillschweigen.

Ob nun Ofarims polarisierende Aura oder die schiere Gier nach dem Geld die Leitungen zum Glühen brachte, bleibt vorerst das Geheimnis der Statistik. Fest steht nur: Das Märchen vom Dschungel ist im Jahr 2026 auch nach dem Abspann noch nicht zu Ende erzählt. Die 100.000 Euro warten weiterhin auf einen Besitzer, der hoffentlich bald abhebt, wenn das Telefon läutet.

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