Nach dem Erfolg seiner Netflix-Dokumentation spricht Rapper Haftbefehl erstmals offen über einen massiven Polizei-Einsatz bei seiner Familie – und über das Gefühl von Machtlosigkeit.
In der ersten Folge des Videopodcasts "Nina & Aykut", der seit Donnerstag auf RTL+ zu sehen ist, berichten Haftbefehl und seine Ehefrau Nina von einem Großeinsatz der Polizei in ihrem privaten Umfeld. Der Vorfall liegt laut Nina vier oder fünf Jahre zurück. Das Paar war gerade aus einem Urlaub in Dubai zurückgekehrt, als es zu einem Einsatz in ihrem Haus und bei Aykuts Mutter kam. Nina erinnert sich: "Wir waren im Ausland und meine 86-jährige Oma hat uns angerufen morgens um fünf oder sechs."
"Hier ist alles voller Polizei, SEK mit Hunden und allem drum und dran", habe die Oma gesagt. Aykut ergänzt: "Bei mir zu Hause haben sie die Tür gesprengt." Auch bei Nina sei ein Aufbruch der Tür geplant gewesen: "Die wollten hier auch die Tür sprengen, hätte meine Oma nicht die Tür aufgemacht."
Eingriff in Privatsphäre
Nina beschreibt den Einsatz als massiven Eingriff in ihre Privatsphäre. Die Beamten hätten mit Helmen und Hunden das gesamte Haus durchsucht – auch die Kinderzimmer. "Die haben wirklich überall hineingeguckt", sagt sie. Sie habe sich "sehr machtlos" gefühlt.
Weiter berichtet sie: "Die haben die Betten durchwühlt, wirklich alles. Die haben in jede Ritze geguckt." Nach der Rückkehr aus dem Urlaub sei der Safe Place zerstört gewesen. "Ich war am Ende und habe erstmal geheult. Das war ganz, ganz ekelhaft."
Vorwurf Waffenbesitz
Als Grund nennt Haftbefehl den Verdacht auf eine Schusswaffe: "Weil ich angeblich ’ne Waffe zu Hause hatte, eine Pistole." Für ihn sei unverständlich gewesen, dass allein dieser Verdacht zur Türsprengung führte. Fündig wurden die Beamten offenbar nicht. Rechtlich ging Haftbefehl nicht gegen den Einsatz vor, obwohl er diesen auf Kamera hatte. "Ich bin damit nie zum Anwalt oder so gegangen", sagt er. Nina ergänzt: "Wir haben das einfach so stehen lassen."
Im Podcast schildert Haftbefehl zudem eine weitere Begegnung mit der Polizei in Frankfurt, die sich am Tag der Veröffentlichung seiner Doku im Oktober ereignet haben soll. Nach einer Kontrolle sei er mitgenommen worden, weil Beamte Drogen vermutet hätten. "Ich hatte nichts dabei, gar nichts", sagt er. Dennoch sei er auf das Revier gebracht worden. "Die haben mich mit aufs Revier genommen, mich in den Bunker gesteckt und ich musste mich komplett nackt ausziehen." Er vermutet, dass die Beamten seine Doku gesehen hätten und deshalb von Drogenbesitz ausgingen.