"Winzerkönig" Harald Krassnitzer

ÖSTERREICH-Talk

Krassnitzer: "Drei Jahre Psychoanalyse"

Großes Finale für Winzerkönig Harald Krassnitzer: Der ORF zeigt Montag (ORF 2, 20.15 Uhr) die vorerst letzten beiden Episoden der Erfolgsserie. Bis zu 940.000 Seher verfolgten bislang die Intrigen in der Weinbauernsaga.

Eine weitere Staffel ist nach diesen Traumquoten bereits fix. Ab Frühjahr 2007 entstehen im Burgenland 13 weitere Folgen. Die Zeit bis dahin nützt Krassnitzer, um nach dem Drehstress der vergangenen Monate – noch vor kurzem stand er für den zweiten und dritten Teil der ORF-Zeitgeschichte-Serie „Mutig in die neuen Zeiten“ (Teil 2: „Nur keine Wellen“ am 26. Oktober im ORF) vor der Kamera – ein bisschen leiser zu treten. „Denn im nächsten Jahr werde ich neben Winzerkönig noch zwei neue Tatort-Folgen machen“, verrät Krassnitzer.

„Die Psychoanalyse half mir“
Trotz seiner Bildschirmpräsenz ist Krassnitzer am Boden geblieben. Doch das war nicht immer so: „Ich hatte am Theater schon recht früh Erfolg, mit dem ich aber nur schwer umgehen konnte.“, verrät Krassnitzer im Talk mit ÖSTERREICH. „ Ich bin neben mir gestanden, hab' mehr in meinen Rollen gelebt und die reale Welt nicht mehr wahrgenommen.“

Um wieder zu sich selbst zu finden, suchte er Hilfe in der Psychoanalyse. „Drei Jahre habe ich das gemacht und danach begonnen, mein Leben neu zu gestalten. Jetzt brauche ich keinen Psychiater mehr.“

Dass sich Krassnitzer seit längerer Zeit intensiv für Hilfsprojekte in Afrika engagiert, ist für ihn nun eine andere Art der Therapie: „Das hilft mir am Boden zu bleiben. Ich sehe, wie gut es mir geht und wie glücklich ich bin. Die Leute mögen mich und ich habe eine nette Familie.“

Mit seiner Partnerin, der Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer, und deren Sohn lebt Harald Krassnitzer in der Nähe von Köln. „Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich Österreich nicht mag. Ich liebe dieses Land in all seiner Widersprüchlichkeit.“

Und wenn der vielschichtige Star in Wien ist, zieht's ihn auf den Zentralfriedhof. Krassnitzer: „Jeder Name auf den Grabsteinen hat ein Datum, da kannst du Geschichten spinnen: Wer war dieser Mensch, wie hat er gelebt? – Das ist unglaublich spannend.“

„Wrabetz wird den ORF entpolitisieren“
Mit der Kirche hat Krassnitzer aber wenig am Hut. „Als Österreicher kann man seine Religion zwar nie verleugnen – nicht einmal, wenn man wie ich aus sozialdemokratischem Haus kommt. Aber mit der Kirche habe ich genauso meine Probleme wie mit dem ÖGB. Der ist auch weit von seiner ursprünglichen Aufgabe entfernt“, so Krassnitzer, der aus seiner Freundschaft zum neuen ORF-General Alexander Wrabetz kein Hehl macht. „Ich kenne ihn gut und weiß: Er kann den ORF auf einen neuen, entpolitisierten Kurs bringen.“