Theater

Ibsen als zeitloser „Aufdecker“

Johannes Krisch (L) und Liliane Amuat
© Reuters

Ibsen erobert mit seinen Aufdecker-Stücken wieder einmal die Wiener Bühnen.
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Ibsens im 19. Jahrhundert verfasste Aufdeckungs- und Entlarvungsdramen sind auch im 21. Jahrhundert brisant und aktuell. Im Theater in der Josefstadt läuft gerade (leider in einer recht belanglosen Inszenierung) ­Ibsens John Gabriel Borkman, die Geschichte eines betrügerischen Bankers, der die Einlagen seiner Kunden verspekuliert hat. Und im Akademietheater hatten gestern Ibsens Gespenster, der Klassiker zum Thema „Lebenslüge“, Premiere.

Lotterleben
Gespenster gehen um in Hause Alving. Zum Vorschein bringt sie Frau Helene Alving, die anlässlich des 10. Todestags ihres Ehemannes enthüllt, dass dieser zu Lebzeiten keineswegs seinem properen Ruf entsprochen, sondern vielmehr ein Lotterleben geführt hat. Der Gutsherr schwängerte das Dienstmädchen, vererbte seinem Sohn die Syphilis und machte seine Frau unglücklich.

Peymann-Akteure
Zwei große ehemalige Peymann-Schauspieler dominieren im Akademietheater das Ensemble: Kirsten Dene als Helene Alving und Martin Schwab als hochmoralischer und ungebremst moralisierender Pastor Manders. Markus Meyer (Alvings Sohn Osvald), Johannes Krisch und Liliane Amuat verkörpern die „next generation“. Regisseur David Bösch, zuletzt mit Romeo und Julia am Burgtheater famos unterwegs, inszenierte Ibsens Gespenster.

C. Hirschmann

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