Vignettenman

Maut-Sünder Robert Kratky: Warum der Ö3-„Vignettenman“ jetzt selbst blechen muss

Ausgerechnet der "Vignettenman" hat vergessen, das Pickerl für das neue Jahr zu kleben. Auf Instagram macht er sich über sich selbst lustig. 

Es ist eine Pointe, wie sie kein Drehbuchschreiber des öffentlich-rechtlichen Rundfunks besser hätte ersinnen können: Ausgerechnet jener Mann, der jahrelang als das personifizierte Gewissen der österreichischen Autobahnnutzer fungierte, ist nun selbst in die Falle der eigenen Vergesslichkeit getappt. Robert Kratky, der einstige Weckmeister der Nation und langjährige Ö3-„Vignettenman“ wurde im Februar ohne gültige Mautberechtigung erwischt. Es entbehrt nicht einer gewissen tragikomischen Note, dass gerade er, der uns über Jahre hinweg an das bunte Pickerl auf der Windschutzscheibe erinnerte, nun selbst zum unfreiwilligen Sponsor der Infrastruktur wurde.

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Die Schonfrist für die 2025er-Vignette endete unerbittlich mit dem letzten Januarkalendertag, und pünktlich zum Start in den Februar schlug die Realität in Form einer Ersatzmaut zu. In einem Akt entwaffnender Ehrlichkeit teilte Kratky sein Missgeschick via Social Media mit der Öffentlichkeit und präsentierte den Bescheid über stolze 200 Euro. „Jetzt haben sie mich erwischt“, kommentierte er trocken und ohne den Hauch einer Ausrede.

 


 

Kratky kann sich diesen Fehler leisten

Diese Souveränität im Angesicht des eigenen Fehlers ist bemerkenswert, doch darf man bei aller Sympathie für seinen Humor nicht vergessen, dass diesen finanziellen Seitenhieb wohl kein Armer einstecken musste. Wer während seiner ORF-Ära über Jahre hinweg die Gehaltslisten anführte, kann eine solche „Sonderabgabe“ vermutlich mit einem Schmunzeln aus der Portokasse begleichen, während sie für den Durchschnittspendler einen empfindlichen Einschnitt in das Monatsbudget bedeutet hätte.

Dennoch dient dieser royale Fauxpas des Ex-Vignettenmans als heilsame Mahnung für uns alle: Die Mautaufsicht kennt keine Nostalgie und macht auch vor ihren ehemaligen Ikonen nicht halt. Es bleibt die Erkenntnis, dass selbst die prägnanteste Stimme des Radios gegen das Schweigen einer leeren Windschutzscheibe nicht ankommt. Wer also sein Geld lieber in den nächsten Winterurlaub als in die Staatskasse investiert, sollte Kratkys Beispiel zum Anlass nehmen, den Blick kurz links oben zu riskieren. Denn am Ende des Tages ist die neue Vignette – egal ob geklebt oder digital – immer noch das deutlich günstigere Accessoire.

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