Victoria’s Secret hat seine neue Valentinskampagne mit Hailey Bieber veröffentlicht - romantisch, luxuriös, ästhetisch. Die Fans feiern, die Hater diskutieren, aber überraschenderweise diskutiert niemand darüber, was diese Bilder mit uns machen und ob die Art von Nostalgie noch in 2026 gehört.
Gestern hat Victoria’s Secret seine neue Valentinskampagne veröffentlicht und die ist wirklich pure Ästhetik. Die Kollektion ist traumhaft schön: zarte Spitze, luxuriöse Sets, alles romantisch inszeniert. Das Set selbst wirkt dekadent, die Farben sind perfekt aufeinander abgestimmt, und Hailey Bieber sieht schlichtweg umwerfend aus. Man könnte fast sagen: ästhetisch ist das „peak VS“.
Victoria's Secrets perfekte Inzenierung
Aber dann gibt es diese eine Szene, die sofort auffällt, und nicht nur wegen der Optik: Hailey sitzt in einer Schublade einer Kommode und lackiert sich die Zehennägel. Für sich genommen ein hübsches Bild, das fast wie ein kleiner Retro-Traum wirkt. Denn ja, es handelt sich hier um ein Remake einer ikonischen Szene aus einer Kampagne von 2001, damals mit Gisele Bündchen für das Parfum Think Pink.
Wie bei jeder Kampagne in der Hailey zu sehen ist, gingen auch hier die Reaktionen im Internet auseinander. Auf der einen Seite die Hailey-Fans: begeistert, schwärmend, nostalgisch. Auf der anderen Seite die „Anti-Hailey“-Community, oft in Selena-Gomez-Fans verpackt, die jeden Post sofort kritisch auseinandernehmen. Zwischen den Memes, Lobeshymnen und Diskussionen über Nostalgie passiert jedoch etwas Spannendes: Kaum jemand spricht die Punkte an, die wirklich relevant sind.
Nostalgie fehl am Platz?!
Denn so hübsch die Szene in der Schublade auch ist - sie ist extrem unrealistisch. Wer passt schon in eine Schublade - nicht nur wortwörtlich sondern auch metaphorisch gesehen. Und wer lackiert sich die Nägel auf diese Weise? Genau das reflektiert auch ein Kommentar unter dem Video: „I wish I could paint my nails like that, but imma too fat hahahaha.“ Implizit vermittelt das Bild ein Ideal, das nur für sehr sehr schlanke Körper funktioniert - ein Ideal, das wir 25 Jahre später eigentlich kritischer betrachten sollten. Stattdessen Stille - passt halt gerade gut in das leider wieder sehr aktuelle Skinnytok-Mindset.
Glatt, Glatter, Victoria's Secret
Dazu kommt die Ästhetik: porenlos, hyperglatt, airbrushed, glazed skin - extrem 2000er, extrem unrealistisch. Nostalgie ist schön, aber wir leben in 2026. Die meisten Menschen erkennen sich in diesen Bildern nicht wieder, und das ist ein Punkt, über den man ruhig reden kann. Sicher kann man jetzt sagen, dafür stand Victoria's Secret nie und wird es vielleicht auch nie. Nennt uns delulu, aber vielleicht hatten wir uns einfach mehr erhofft.
Natürlich: Die Kollektion ist schön, das Set ist großartig, Hailey sieht fantastisch aus. Aber zwischen all dem Glanz lohnt es sich, innezuhalten und zu überlegen: Welche Botschaften vermittelt eine Szene wie diese wirklich? Vielleicht ist es Zeit, dass Victoria’s Secret Nostalgie feiert - ohne uns in eine Schublade zu stecken.
Eines steht fest: So schön die Kritikpunkte auch sind, die Kollektion wird sich definitiv verkaufen und das aus gutem Grund.