Psycho-Anstalt

59-Jähriger schoss auf Cobra: Arm amputiert

Zuerst schoss der 59-Jährige auf seinen Nachbarn und dessen 5-jährigen Sohn, dann lieferte er sich einen Schusswechsel mit der alarmierten Polizei. Er kommt in eine Psycho-Anstalt.

. Der Oberösterreicher wollte offenbar die US-amerikanischen "Stand-Your-Ground-Gesetze" (Die Gesetze in den USA erlauben es, bei Selbstverteidigung Gewalt bis hin zu tödlicher Gewalt anzuwenden, ohne vorher zurückweichen zu müssen - auch außerhalb des eigenen Grundstücks. In einigen Staaten reicht es sogar, dass man sich bedroht fühlt, um jemanden zu erschießen.) in Rainbach im Bezirk Freistadt durchsetzen. Dem 59-Jährigen, der neun Mal auf die Polizei schoss, wurde heute der Prozess gemacht. Das Gericht in Linz hat den Betroffenen in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen. Seine strafrechtliche Unterbringung wurde rechtskräftig verfügt. Dem Angeklagten wurde gefährliche Drohung, Widerstand gegen die Staatsgewalt sowie eine versuchte absichtlich schwere Körperverletzung angelastet.

Schusswechsel mit Polizei: Mann verschanzte sich auf seinem Hof.

Schusswechsel mit Polizei: Mann verschanzte sich auf seinem Hof. 

© Team Fotokerschi/Werner Kerschbaummayr

Schusswechsel mit Polizei: Mann verschanzte sich auf seinem Hof.

Schusswechsel mit Polizei: Mann verschanzte sich auf seinem Hof. 

© Team Fotokerschi/Werner Kerschbaummayr

Schusswechsel mit Polizei: Mann verschanzte sich auf seinem Hof.

Schusswechsel mit Polizei: Mann verschanzte sich auf seinem Hof. 

© Team Fotokerschi/Werner Kerschbaummayr

Schusswechsel mit Polizei: Mann verschanzte sich auf seinem Hof.

Schusswechsel mit Polizei: Mann verschanzte sich auf seinem Hof. 

© Team Fotokerschi/Werner Kerschbaummayr

Der 59-Jährige drehte am 4. September des Vorjahres völlig durch: Er soll mehrere Schüsse abgegeben haben, als der Nachbar und dessen fünf Jahre alter Sohn auf der Straße an seinem Haus vorbeigingen. Angeblich hätten sich die beiden auf Privatgrund befunden. Vater und Kind flüchteten und setzten einen Notruf ab.

Daraufhin rückten mehrere Polizeistreifen und auch die Cobra aus. Vor Ort soll der Verdächtige, der sich in seinem Haus verschanzt hatte, neun Mal mit seinem Revolver auf die Polizisten geschossen haben. Wiederholten Aufforderungen, die Waffe niederzulegen, sei er nicht nachgekommen.

Darauf schoss ein Cobra-Beamter gezielt auf den Mann und traf ihn im linken Arm. Der Verletzte soll noch weitere Schüsse abgegeben haben, bevor er zu Boden gegangen sei. Der 59-Jährige kam ins Spital auf die Intensivstation, sein Unterarm musste amputiert werden.

Der Staatsanwalt hatte vor Gericht die Unterbringung des Mannes in einem forensisch-therapeutischen Zentrum verlangt. Seit seinem 18. Lebensjahr leide der Betroffene an einer schweren psychischen Erkrankung, begründete er den Antrag. Der 59-Jährige "braucht Hilfe und die Bevölkerung Schutz", führte er weiter aus. Offenbar gebe der Betroffene inzwischen zu, was ihm zur Last gelegt wurde.

Der 59-Jährige übernahm aber auch die "volle Verantwortung zum zweiten Einsatz". Er leide an einer bipolaren Störung, sagte der Betroffene. Am 4. September des Vorjahres "ist es mir gar nicht gut gegangen". Seit er Medikamente erhalte, sei dies ganz anders, er fühle sich nun "ausgeglichen". Er sei einsichtig, was seine Krankheit angehe, wolle die Medikamente auch weiterhin einnehmen.

Viele Jahre habe der Mann an einer Stimmungserkrankung gelitten, war antriebslos in depressiven Episoden, dann wieder mit überschießender Energie in manischen Episoden, führte die psychiatrische Sachverständige Adelheid Kastner aus. Die Stimmung zu stabilisieren habe er lange nicht als notwendig erachtet. Ab 2022 entwickelte er dann Wahnideen, er würde über Steckdosen abgehört und gesteuert. Diese hätten auch zum Tatzeitpunkt seine Handlungen bestimmt, weshalb er nicht zurechnungsfähig war.

Die nachhaltige Störung lasse befürchten, dass er künftig wieder gefährlich sein werde, falls er die Medikamente absetze. Je mehr Eigenständigkeit ihm zugestanden werde, umso wichtiger sei es, dass geklärt werde, wie "nachhaltig seine Einsicht zur Krankheit ist". Dies sei derzeit noch schwer abschätzbar, so Kastner im Hinblick auf Lockerungen der Unterbringung.

Gegen den Cobra-Beamten, der geschossen hat, laufen - in einem getrennten Verfahren - noch die Ermittlungen. Polizisten wurden bei dem Schusswechsel nicht verletzt.

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