Vater notoperiert

Horror-Gondel: So schwer wurde Familie verletzt

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Alle vier Familienmitglieder - Vater, Kinder und Onkel - erlitten beim Gondel-Absturz schwerste Verletzungen an Kopf, Brust und Beinen. Der dänische Vater  (49) musste notoperiert werden und schwebt weiter in Lebensgefahr.  

Tirol. Der Notarzt von der Heli Austria-Besatzung, die als erste zu den Opfern am Hochoelz vordrangen, beschreibt die Situation wie folgt: "Alle vier hätten sterben können und hatten eigentlich großes Glück, überhaupt überlebt zu haben", sagt Dr. Christian Niederwanger. Der Hubschrauber war ein kurzes Stück vom unwegsamen Gelände entfernt gelandet, das Team war dann im Tiefschnee zur Kabine gefahren, die total eingedrückt und zerbeult im Gelände neben dem umgestürzten Baum lag, der die Gondel richtiggehend aus der Verankerung geschleudert hatte. "Der Vater konnte kaum noch atmen, der Puls war nicht mehr fühlbar wir konnten ihn aber stabilisieren."

Gondel Tirol
© privat
× Gondel Tirol

Der 49-jährige war am Mittwoch weiter in "kritischem Zustand", bestätigt ein Kliniksprecher. Der Vater zweier junger Erwachsene befindet sich nach einer stundenlangen Operation weiter auf der Intensivstation. Bei dem Absturz aus einer Höhe von acht bis zehn Metern wurden insgesamt sechs Menschen verletzt, vier davon schwer. Bei den weiteren Verletzten handelte es sich um Sohn (20), Tochter (19) und Bruder (46) des Dänen, bei dem noch nicht abzuschätzen ist, ob er durchkommt und ob er schlimme Dauerfolgen von dem Horror-Erlebnis zu befürchten hat.

Einvernahmen der Opfer gestartet

Zudem wurden zwei deutsche Eheleute im Alter von 58 und 62 Jahren verletzt, die sich in der Nachbargondel befunden hatten. Sie erlitten die Verletzungen laut Polizei aufgrund der heftigen Schwingungen des Tragseils.  Sie wurden bereits aus dem Spital entlassen und sollen noch heute von der Polizei befragt werden. Bruder und Sohn des lebensgefährlich Verletzten wurden bereits Mittwochvormittag einvernommen, auch die Tochter soll soweit stabil sein, dass sie noch heute mit den Ermittlern sprechen kann.
 

Foto zeigt abgestürzte Gondel

Foto zeigt, wo die Gondel im unwegsamen Gelände abgestürzt ist.

© BMI
× Foto zeigt abgestürzte Gondel

Noch am Dienstag begannen indes die Ermittlungen zur Unfallursache, die Seilbahnbehörde nahm ihre Arbeit bereits auf. Unklar war, warum der Baum umfiel und auf das Tragseil krachte - am Dienstag war es nicht windig gewesen. Nach bisherigen Informationen fiel der Baum auf die Verankerung der Gondel, das Tragseil selbst riss nicht. Der Bezirkspolizeikommandant von Imst, Hubert Juen, meinte zu oe24, dass man weder von einem "technischen oder menschlichen Versagen" ausging. Die betroffene Acherkogelbahn wurde vorübergehend außer Betrieb gesetzt. 

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