S1-Schießerei

Falsche Cops waren unbewaffnet

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© APA

Im Fall des Schießerei auf der S1 sprach die Polizei lange Zeit von einem wilden Feuergefecht. Doch: Die Rumänen waren gar nicht bewaffnet.

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Von "wilden Feuergefechten" war die Rede, nachdem die niederösterreichische Polizei am vergangenen Samstag falsche "Kollegen" aus Rumänien geschnappt hatte. Ein Rumäne starb dabei durch die Kugel eines Polizisten, zwei wurden verletzt.

Der Leiter der Polizei NÖ, Franz Polster, sagte noch am 19.4. im ORF-Interview:

"Der Polizist hatte zum eigenen Schutz sofort die Waffe gezogen". Auch im offiziellen Bericht der Sicherheitsdirektion war noch am Samstag zu lesen, dass einer der "falschen Cops" das Feuer zuerst eröffnet hätte und die echten Einsatzkräfte erst dann das Feuer erwidert hätten:

Doch scheint es nun, als ob sich die Sache etwas anders zugetragen hatte:
Die Rumänen sollen laut Falter nämlich gar nicht bewaffnet gewesen sein und die Sicherheitskräfte hätten somit das Feuer auf Unbewaffnete eröffnet. Auch bei der Polizei will man von einem "wilden Feuergefecht" inzwischen nichts mehr wissen.

Die offizielle Version lautet nun, dass ein Polizist aus Schutz schießen musste, da ihn einer der Täter überfahren wollte. Es wäre somit "Handeln in Notwehr" gewesen: Walter Geyer, Leiter der Staatsanwaltschaft Korneuburg: Die falschen Polizisten sind mit Blaulicht auf die Beamten zugekommen."

Staatsanwalt: Täter unbewaffnet
Der Leiter der Staatsanwaltschaft Korneuburg bestätigte inzwischen außerdem, dass die Rumänen nicht bewaffnet gewesen wären. Und die Obduktion ergab: Der erschossene Rumäne saß unbewaffnet im Auto. Er war von der Beifahrerseite aus angeschossen worden.

Waffeneinsatz geprüft
Das Büro für Interne Angelegenheiten (BIA) kündigte nun an, die Causa überprüfen zu wollen und nachzuforschen, ob der Waffeneinsatz gerechtfertigt war oder nicht.

"Routinemäßig" geprüft
Der Schusswaffengebrauch wird jetzt "routinemäßig" geprüft. Das sagte Oberst Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums, am Mittwoch. Die Ermittlungen erfolgen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Korneuburg. Es gebe "keine konkrete Verdachtslage", so Gollia.

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