Fall Hirtzberger

Osberger beteuert seine Unschuld

moscheri_1
© oe24

Helmut Osberger beteuert seine Unschuld und verweist auf ein Alibi. Indes haben Ermittler im Haus des Verdächtigen Spuren gefunden.

OE24 auf Google bevorzugen

Helmut Osberger, der sich seit Mittwoch in Haft befindet, nahm sich für seine Verteidigung gleich zwei Anwälte: den Wiener Staranwalt Nikolaus Rast und den Linzer Verteidiger Kurt Wolfmair.

Seiden-Negligé als Alibi
Wolfmair beteuert, dass sein Mandant ihm gegenüber "konkrete Angaben" gemacht habe, wo er zu jener fraglichen Zeit am 8. Februar zwischen 17 und 19 Uhr gewesen sei, als Hirtzbergers Pkw vor dem Spitzer Gemeindeamt geparkt war.

Demnach habe der dreifache Familienvater sein Anwesen gegen 16.00 Uhr verlassen, um ein Damen-Seiden-Nachthemd für eine Freundin zu kaufen. Gegen 18.00 Uhr sei er wieder zu Hause gewesen, weil da sein Sohn gekommen sei, so der Anwalt. Bis etwa 20.00 Uhr, möglicherweise 20.30 Uhr, habe Osberger seinem Sohn zunächst einen Brief diktiert und danach mit ihm gesprochen. Osbergers Sohn sei dann zu einer Aufführung einer Tanzgruppe gefahren, meinte Wolfmair.

Der Anwalt gibt außerdem zu bedenken, dass sein Mandant gehbehindert sei: „Glauben Sie wirklich, dass jemand, der auf Krücken geht, unbemerkt bleibt, wenn er über den Hauptplatz humpelt und ein Kuvert auf einem Auto deponiert?

DNA nur auf Grußkarte?
Zu den sichergestellten DNA-Spuren hielt der Jurist fest, dass keine auf der Praline gefunden worden wären. "Nur eine einzige" auf "dem gesamten Billett", so der Jurist. So könne Osberger die Grußkarte doch einmal im Geschäft in der Hand gehabt haben. Vielleicht war die Karte auch nicht richtig eingeschweißt.

Warum sein Mandant sich anfangs geweigert hatte, einen DNA-Test abzugeben, erklärt der Jurist damit, dass Osberger als Wirt nicht ins Gerede kommen wollte. Auch liege Wolfmair noch kein schriftliches DNA-Gutachten vor, meinte der Jurist aus Linz.

Wollte Osberger gar kein Hotel errichten?
Angaben, wonach Osberger die Umwidmung eines Weingartens in Bauland beantragt habe, um dort ein Thermalhotel zu errichten, revidierte Wolfmair. Der knapp 56-Jährige habe sein Grundstück an potenzielle Investoren verkaufen wollen, die ihrerseits diese Pläne realisieren hätten können. Es gab bzw. besteht laut dem Verteidiger dafür "viel Interesse", dieses Projekt sei auch "nicht vom Tisch". Osberger habe "selbst nie" eine Hotelanlage bauen wollen.

20.000 Euro Belohnung bleiben doch aufrecht!

Spurensuche im Haus des Verdächtigen
Laut Polizei sind Gegenstände auf dem Anwesen des Hauptverdächtigen Helmut Osberger, für den die Unschuldsvermutung gilt, sichergestellt worden - mit Rattengift kontaminiertes Werkzeug. Diese werden nun an ein chemisches Labor zwecks Analyse übermittelt, um zu eruieren, ob bei diesen ein Bezug zur Tat hergestellt werden könne.

Was genau passiert ist
Das 55-Jährige Opfer, auch Vorsitzender des "Arbeitskreises Wachau", dürfte die Praline kurz vor einer Fahrt nach Krems gegessen haben. Wenig später sei ihm im Auto übel geworden, weshalb er im Ortszentrum von Unterloiben vor dem Haus eines Freundes anhielt. Dort fiel er aus seinem Pkw und brach mit Krämpfen vor Passanten zusammen. Lesen Sie hier eine Chronologie der Ereignisse.

Giftanschlag auf Spitzer Bürgermeister


1 / 11

anwesen-spitz3

Anwesen des Verdächtigen28.2.08: Helmut Osberger hat sich im Weinhandelsbusiness versucht, Mitte der 90er Jahre eine Vinothek aufgebaut. Im "Klosterhof" in Spitz traf sich lange Jahre auch eine illustre Runde von "Weinrittern".

© APA

anwesen-spitz2

Anwesen des Verdächtigen28.2.08: Besonderheiten des Klosterhofs sind ein gemütliches Heurigenrestaurant, ein riesiger Weinkeller und eine Kapelle, die für Taufen oder Hochzeiten gemietet werden kann.

© APA

anwesen-spitz1

Anwesen des VerdächtigenBei seiner ersten Befragung am 14. Februar durch die Polizei verweigerte Osberger die freiwillige Abgabe einer DNA-Probe, der er dann am 19. Februar zustimmte.

© APA

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden