Es werden mehr Ausweise kontrolliert, das Kassenpersonal rechnet jedoch das Alter häufig falsch aus.
OÖ. „Die Zahlen zeigen klar: Für Kinder und Jugendliche wird es in Oberösterreich immer schwieriger, an Alkohol und Tabakprodukte zu gelangen. Die Testkäufe wirken – sie stärken die Prävention, erhöhen die Aufmerksamkeit bei Verkaufsstellen und verbessern nachweislich die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. Einzelne Verstöße zeigen jedoch, dass weiterhin konsequente Kontrollen notwendig sind, insgesamt ist die Entwicklung aber eindeutig positiv“, bilanziert Jugendschutz-Landesrat Martin Winkler (SPÖ) die Auswertung der Testkäufe 2025.
Insgesamt wurden im Jahr 2025 1.055 standardisierte Testkäufe durchgeführt - davon 583 im Lebensmitteleinzelhandel, 139 in Tankstellenshops und 125 in Gastronomiebetrieben. In 871 der getesteten Betriebe (82,6 %) wurden die geltenden Jugendschutzbestimmungen eingehalten und kein gebrannter Alkohol oder Tabakwaren an Minderjährige abgegeben, in 184 Betrieben (17,4 %) war dies nicht der Fall. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Abgabequote damit um 2,1 Prozentpunkte von 19,5 % Abgaben auf 17,4 %.
Abgabenquoten gesunken
Die Abgabequoten in Tankstellenshops, in der Gastronomie und in Tabakfachgeschäften veränderten sich jeweils zum Positiven. Während in Tankstellenshops die Abgabequote um
9,8 % auf 13,7 % im Vergleich zum Vorjahr sank, gab es in der Gastronomie einen Rückgang um 4,9 % auf 15,2 %. Bei den getesteten Tabakfachgeschäften verbesserte sich die
Abgabequote um 1 % auf 12,5 %. Sie wiesen auch 2025 von allen Branchen das beste Testergebnis aus.
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Um 11 % mehr Ausweiskontrollen in Tankstellenshops
Während im Lebensmittel-Einzelhandel die Anzahl der Ausweiskontrollen im Vergleich zum Vorjahr gleich blieb (knapp 80 %), nahmen die Kontrollen in Tankstellens
hops (+ 11 %) und in Gastronomiebetrieben (+8,3 %) stark zu.
Bei 49,5 % aller Abgaben (91 von 184 Käufen) wurde vom Personal der Ausweis kontrolliert und dennoch die gewünschten Artikel verkauft. "Knapp die Hälfte aller Abgaben wäre also durch die Vermeidung von Fehlberechnungen des Personals bei der Ausweiskontrolle verhinderbar gewesen", sagt Winkler. Eine zusätzliche Rechenfunktion in der Kassensoftware oder Handy-Apps könnten hier Abhilfe schaffen.
Pilotprojekt CBD-Testkäufe
Zudem wurden im Rahmen eines Pilotprojekts 41 Testkäufe für CBD-Produkte durchgeführt, die nicht in die Gesamt-Abgabequote einfließen. Bei CBD-Käufen wurden 1-2 Gramm CBD-Blüten verlangt, bei Beratungen zur Sortenwahl wurden „Produkte, die die meisten anderen Kund:innen kaufen“ verlangt. Während im Jahr 2024 die Testkäufe von CBD-Produkten durch eine extrem hohe Abgabenquote (50 %) auffielen, verbesserte sich die Abgabenquote 2025 deutlich und sank auf 19,5 %. Im Vorjahr gaben zwei Drittel der CBD-Shops Produkte an Minderjährige ab. "Der Schritt, die CBD-Produkte unter das staatliche Tabakmonopol zu stellen und somit den Verkauf in die Hände der Tabakfachgeschäfte zu geben, trug dazu bei, dass bei den CBD-Produkten die Abgabequote wesentlich verbessert wurde“, resümiert Dietmar Krenmayr, Projektleiter der Testkäufe.