Die steirische Polizei konnte eine seit längerer Zeit andauernde Erpressungsserie im Umfeld von Nachtlokalen und Veranstaltungen aufklären. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen, ein weiterer ist flüchtig. Zahlreiche weitere Opfer werden vermutet.
Steiermark. Umfangreiche Ermittlungen der Kriminaldienstgruppe der Polizeiinspektion Leibnitz haben eine seit längerer Zeit andauernde Erpressungsserie im Umfeld von Nachtlokalen und Veranstaltungen aufgeklärt. Drei als Türsteher tätige Männer stehen im Verdacht, Gäste systematisch erpresst zu haben. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen, ein weiterer ist flüchtig. Die Polizei geht von deutlich mehr Opfern aus als bislang bekannt.
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Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Anzeige zweier Jugendlicher im Alter von 16 und 18 Jahren Anfang November 2025. Sie gaben an, bereits vor dem Zutritt zum Lokal von einer zunächst unbekannten Person angesprochen worden zu sein, die ihnen ein in Alufolie verpacktes "Briefchen" als angebliche Gratisprobe angeboten habe. Nach dem Betreten des Lokals begaben sich die beiden Jugendlichen später in eine Toilettenanlage, um den Inhalt zu betrachten. Dort sollen plötzlich Türsteher den Raum betreten und die Jugendlichen massiv bedrängt haben, berichtet die Polizei in einer Aussendung. Unter massiven Drohungen, körperlicher Gewalt und dem Hinweis auf angeblich drohende Haftstrafen sollen sie zur Herausgabe von Bargeld sowie zu Überweisungen genötigt worden sein. Zusätzlich wurden sie gefilmt und eingeschüchtert, um eine Anzeige zu verhindern.
Im Zuge der Ermittlungen konnten mindestens 13 weitere gleichgelagerte Fälle geklärt werden. Die Tatverdächtigen – ein 26-jähriger russischer Staatsbürger, ein 24-jähriger Österreicher und ein 23-jähriger Kosovare – sollen gezielt Personen beim Drogenkonsum ausgenützt haben. Neben Erpressung werden ihnen auch Raub- und Körperverletzungsdelikte vorgeworfen.
24-jähriger Tatverdächtige gestand Taten
Laut Polizei zeigte sich der 24-Jährige zu den Vorwürfen umfassend geständig, der 26-Jährige verweigerte die Aussage. Der 23-jährige kosovarische Tatverdächtige dürfte sich derzeit nicht in Österreich aufhalten – seine Festnahme konnte bislang nicht vollzogen werden. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Polizei ruft mögliche weitere Opfer auf, sich zu melden, insbesondere im Zusammenhang mit Nachtlokalen in Gralla und Graz. Hinweise werden von der Polizeiinspektion Leibnitz unter der Telefonnummer 059 133 6160 entgegengenommen.