Im Stephansdom

Erzbischof Grünwidl mit Segnung am Palmsonntag

Hinter der feierlichen Kulisse des Wiener Stephansdoms stand eine klare Botschaft: Hoffnung statt Verrohung. 

Zum Auftakt der Karwoche wurde der Stephansdom am Sonntag zum Zentrum gelebter Tradition. Das Wetter jedoch zwang die Anwesenden zu Änderungen. Wegen anhaltenden Regens musste die Segnung der Palmzweige kurzfristig in den Dom verlegt werden. Die übliche Prozession vom Graben entfiel. Dennoch strömten zahlreiche Gläubige in den Stephansdom, um gemeinsam mit Wiens Erzbischof Josef Grünwidl den Palmsonntag zu feiern.

In seiner Predigt zog Grünwidl Parallelen zwischen Wetter und gesellschaftlicher Lage. Frieden, Demokratie und Sicherheit seien brüchiger geworden, die Stimmung rauer. Besonders warnte er vor einer zunehmenden Verrohung der Sprache: Aggressive Worte könnten das Miteinander vergiften und langfristig auch das Verhalten verändern.

Gerade die Karwoche zeige jedoch einen anderen Weg: hin zu mehr Menschlichkeit, Versöhnung und Gewaltlosigkeit. Grünwidl rief dazu auf, die "innere Uhr" bewusst auf Hoffnung auszurichten. Während sich der Körper rasch an die Sommerzeit gewöhne, brauche das Herz deutlich länger, um sich neu auf Zuversicht einzustellen.

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