Wienerfeld West

So läuft die Hamster-Evakuierung in Favoriten

Für die tierischen Bewohner der Siedlung Wienerfeld West steht ein Umzug bevor. Während neue Wohnungen entstehen sollen fürchten viele Anrainer um das Leben der geschützten Feldhamster. 

In der Siedlung Wienerfeld West in Favoriten bleibt kein Stein auf dem anderen. Während die ehemaligen Mieter der dortigen Gemeindebauten bereits vor drei Jahren ausgezogen sind, haben sich ganz andere Bewohner das Areal unter den Nagel gerissen. Die Rede ist von den heimischen Feldhamstern, die seither die Gärten der verlassenen Anlage bevölkern. Doch für die kleinen Nager heißt es nun Abschied nehmen, weil am bisherigen Standort moderne Gemeindewohnungen hochgezogen werden.

Anrainer bangen um das Wohl der Nager

Die geplante Absiedlung sorgt in der Nachbarschaft allerdings für ordentlich Gesprächsstoff und Besorgnis. Obwohl sich die scheuen Tiere bei einem Lokalaugenschein von "Wien heute" nicht direkt vor die Kamera trauten, sind sie für die Menschen im Grätzel längst ein gewohnter Anblick geworden.

Gefahr durch die Laxenburger Straße

Das größte Sorgenkind der Anrainer ist der nahegelegene Straßenverkehr. Die Hamster sollen zwar auf eine angrenzende Wiese umgesiedelt werden, doch die Skepsis bleibt groß. Anrainerin Silvia Herzog befürchtet, dass die Tiere trotz der Nähe zur Laxenburger Straße wieder in ihr ursprüngliches Revier zurücklaufen könnten. Da es sich dabei um eine extrem stark befahrene Verbindung handelt, sehen viele das Leben der geschützten Tiere in Gefahr.

30.000 Euro für die große Nager-Übersiedlung

Damit der Umzug glimpflich abläuft, wurde das Landschaftsarchitekturbüro Land in Sicht mit der heiklen Aufgabe betraut. Die Experten rücken mit Lebendfallen an, um die Hamster sicher einzufangen und in ihr neues Zuhause zu bringen. Wiener Wohnen lässt sich diesen tierischen Einsatz einiges kosten, denn der Kostenpunkt für die gesamte Aktion soll bei bis zu 30.000 Euro liegen. Im neuen Gebiet wurden laut den Verantwortlichen bereits alle Vorkehrungen getroffen, damit sich die Nager sofort wohlfühlen können.

Architekt verspricht Sicherheits-Checks

Um die Fluchtgedanken der Hamster im Zaum zu halten, wurden technische Barrieren errichtet. Landschaftsarchitekt Felix Hofer erklärte gegenüber "Wien heute", dass man eine spezielle Leiteinrichtung gebaut habe, damit genau das Zurücklaufen auf die Straße nicht passieren soll. Das gesamte Areal wird zudem laufend unter die Lupe genommen. Hofer betonte gegenüber "Wien heute", dass man sofort ergänzende Maßnahmen setzen werde, sollten Grabversuche der Hamster in Richtung der gefährlichen Laxenburger Straße stattfinden.

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