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Miserables Zeugnis für Österreichs Bildung

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Wenige Hochschul-Absolventen, wenige Studienanfänger, hohe Bildungsausgaben, kurze Ausbildungszeiten: Der neue OECD-Bericht stellt Österreich ein schlechtes Zeugnis aus.

Ausgerechnet an dem Tag, an dem im Ministerrat das Thema Schulpolitik auf der Tagesordnung steht, sorgt ein neuer OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick" für Aufregung: In dem Schul-Report wird Österreichs Schulen ein schwaches Zeugnis ausgestellt. Prägnantestes Beispiel: Nur noch die Türkei bildet weniger Akademiker aus als Österreich, das von der OECD als " beinahe Schlusslicht bei der Hochschulausbildung" bezeichnet wird.

Viele Lehrer, wenige Akademiker
Österreich liegt bei Studienanfängern und Hochschulabsolventen weit unter dem OECD-Schnitt. Doch es gibt auch Stärken: Über dem OECD-Schnitt liegt Österreich etwa beim Betreuungsverhältnis Schüler pro Lehrer oder beim Anteil von Personen mit Matura oder Lehrabschluss.
Bei den Ausgaben zeigt sich ein differenziertes Bild: Bei den absoluten Ausgaben pro Schüler bzw. Studenten befindet sich Österreich als reiches Land weit über dem OECD-Schnitt, gemessen am Anteil der Bildungsausgaben am BIP oder der öffentlichen Bildungsausgaben an den öffentlichen Gesamtausgaben dagegen darunter.

Weniger Geld für Bildung
Dass Österreich bisher nicht ausreichend auf die Herausforderungen der Wissensgesellschaft reagiert hat, zeigt auch die gesamte Finanzausstattung für das Bildungssystem. Während die meisten OECD-Länder ihre Bildungsausgaben erhöhten, ging in Österreich ihr Anteil in den vergangen Jahren stark zurück. So lag 2003 der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (öffentliche und private Ausgaben) mit 5,5 Prozent deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 5,9 Prozent. Im Jahr 1995 lag Österreich mit einer Ausgabenquote von 6,1 Prozent noch weit über dem OECD-Mittel.

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