Fall Weißmann

ORF-Stiftungsrats-Anwalt: "Sexuelle Belästigung exakt dokumentiert"

Für den Anwalt des ORF-Stiftungsrats, Roland Gerlach, ist klar, dass der seinerzeitige ORF-Generaldirektor Roland Weißmann eine ORF-Mitarbeiterin sexuell belästigt hat.

Arbeitsrechtler Roland Gerlach war zu Gast im großen oe24.TV-Talk zur Affäre Weißmann. Gerlach hat die ORF-Stiftungsräte Heinz Lederer und Gregor Schütze seinerzeit bei den Rücktrittsgesprächen mit Roland Weißmann beraten - er kennt auch jene Chats des seinerzeitigen ORF-Chefs, die der "Falter" jetzt veröffentlicht hat. Und gegen die Weißmann-Anwalt Oliver Scherbaum jetzt vorgeht.

Die ORF-Compliance-Kommission hat in ihrem Bericht 2keine sexuelle Belästigung" bestätigt. Was Weißmann feiert.

Gerlach

Der Anwalt des Stiftungsrates, Roland Gerlach.

© oe24

Gerlach sieht das ganz anders. "Dieses Informationsmaterial ist einer der seltenen Fälle, wo eine mögliche sexuelle Belästigung unglaublich exakt dokumentiert ist", so Gerlach im Talk mit Isabelle Daniel. "So genau habe ich es eigentlich noch nie dokumentiert bekommen wie jetzt."

"Frau hat Grenzen gezogen"

Die betroffene Frau "zieht" im Umgang mit Weißmann "permanent Grenzen". Gerlach widerspricht damit dem Bericht der Compliance-Kommission, die schreibt, dass die Frau die Unerwünschtheit von Weißmanns Annäherungsversuchen nicht glaubhaft machen habe können: "Sie sagt, ohne eine einzige Ausnahme und für jeden Mann und jede Frau verständlich, ich will mit dir keine wie immer gearteten intimen Kontakte", si Gerlach. Dass die Frau Weißmann "Rollilein" genannt habe, hält Gerlach zwar nicht für ideal, man müsse aber sehen, warum sie das getan habe.

Anwalt: Weißmann verschickte Dick Pics

Weißmann hingegen betone permanent, "ich will mit dir ins Bett", so Gerlach. Und nicht nur das: "Er schickt dieser Frau zweimal ein Bild von seinem (...) Penis. (...) Und wenn Sie mich fragen, ist damit der Tatbestand der sexuellen Belästigung erfüllt." Weißmann habe der Frau sogar nach einer Licht-ins-Dunkel-Gala geschrieben, "du kannst sch... gehen", wenn sie sich ihm verweigere.

Weißmann und sein Anwalt Scherbaum wollen jedenfalls jetzt gegen den Falter rechtlich vorgehen, in mehreren Interviews hatte Weißmann betont, dass er keine Fotos verschickt habe, für die er sich schämen müsse.

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