Zwei französische Gutachten belegen: Elsner kann gefahrlos nach Österreich überstellt werden. Weiterer Gerichtsentscheid nächsten Mittwoch.
Die neuen medizinischen Gutachten aus Frankreich werden in der aktuellen Ausgabe von "News" zitiert. Die Zeitschrift organisierte sich die Befunde, die der Kardiologe Serge Assouline am 28. August 2006 und Chef-Kardiologe Philippe Bonet von der Marseiller Universitätsklinik La Timone am 5. Oktober 2006 erstellt hatten. "News" legte die Expertisen anonym dem Chefinternisten des Wiener Donauspitales, Heinrich Weber, vor und bat um Einschätzung. Der Primarius wusste also nicht, wessen Befund er in Händen hielt.
"Voll transportfähig"
Ergebnis der Analyse: Elsner ist nicht so krank wie uns seine Anwälte immer glauben lassen wollen. Elsner ist 71, leidet an verschiedenen Risikofaktoren für ein Herzleiden (er war früher Raucher, er hat leicht erhöhte Blutfettwerte, zumindest gelegentlich Bluthochdruck) und hat negativen Stress. Aber: "Selbstverständlich ist dieser Patient in vollem Umfang transportfähig", sagt Primarius Weber.
Der Wiener Experte erkannte anhand der Befunde, dass Elsner zwar an einer koronaren Herzkrankheit (KHK) leidet, die sich "als örtliche Verengungen (Stenosen) von Hezkranzgefäßen darstellt". Allerdings ist "der Grad der KH" von mäßiger Gefährlichkeit, Lebensgefahr besteht keine", so Primarius Weber.
Was Weber noch aus dem Befund herauslesen konnte:
- Der Stenosen machen keinen chirurgischen Eingriff notwendig.
- Eine Szintigrafie ergab, dass bei dem Patienten keine Herzischämie vorliegt, also der Herzmuskel optimal durchblutet ist:
- Die Versorgung des Patienten durch Medikamente optimal ist.
- die Ultraschall-Untersuchungen belegen, dass der Patient nur minimal herzgeschädigt ist: "Die angeführten Schäden sind altersbedingt und nicht sehr gefährlich", zitiert News.
Der Patient ist also voll transportfähig. "Im Ärzteflugjet ist das überhaupt gefahrlos möglich", sagt Weber.
Weiterer Gerichtsentscheid nächsten Mittwoch
Nach einer weiteren Anhörung an diesem Mittwoch soll nächsten Mittwoch der Spruch des Gerichts fallen. Der zuständige Staatsanwalt, Bertrand Charpentier, will für den Fall, dass das Gericht dem Antrag statt gibt, ein neues amtliches Gutachten in zwei Teilen fordern: einerseits über den Gesundheitszustand Elsners und andererseits über seine Transportfähigkeit.
Nach Ansicht Charpentiers müsste das Gericht den Antrag nicht behandeln, weil er die Auslieferung bereits wegen Elsners Wiedereinlieferung ins Spital und Verschlechterung des Zustandes auf unbestimmte Zeit ausgesetzt habe.
Elsner befindet sich laut seinem Wiener Anwalt Wolfgang Schubert weiter in der Marseiller Universitätsklinik La Timone.