Die Causa Alfred Gusenbauer hat die SPÖ gebraucht wie einen Kropf. Dabei ist sie symptomatisch für die Probleme, die sie hat.
Auch das noch. Seit dieser Woche ist offiziell, womit viele Politik-Insider ohnehin schon lange rechneten: Die WKStA ermittelt in der Signa Causa jetzt auch gegen den schillerndsten Berater von Unternehmensgründer Rene Benko, also gegen Alfred Gusenbauer. Der weist alle Vorwürfe zurück.
Der Niederösterreicher wurde 2008 auf höchst unschöne Art als Kanzler abmontiert - die Partei leidet heute noch unter der Spaltung, die das brachte. Was dann folgte, hatte mit Sozialdemokratie aber wenig zu tun. Gusenbauer nutzte seine durchaus beachtlichen Fähigkeiten und zog ein millionenschweres Berater-Business auf - dabei war er mit den Klienten wenig wählerisch. Auch ohne die Justizermittlungen ist der Umgang mit Potentaten à la Nasarbajew oder auch René Benko für die SPÖ, naja, eine offene Provokation.
Doch einen Ex-Kanzler wirfst du halt nicht so einfach aus der Partei, wird sich die Parteiführung gedacht haben, eine weitere Fehleinschätzung. Jetzt zieht Gusenbauer die Genossen, die unter Andreas Babler ohnehin schon am Boden liegen, noch weiter runter.
Immerhin will man ihn jetzt rauswerfen, sollte er tatsächlich verurteilt werden. Eine Klärung der Causa kann aber Jahre dauern. Die SPÖ muss darauf hoffen, dass Gusenbauer ein Einsehen hat und das Parteibuch selbst abgibt. Der Schaden ist ohnehin schon immens.