Ein Kommentar von Politik-Chefredakteurin Isabelle Daniel
Dass der ORF Gehälter über 170.000 Euro Jahresgage (brutto) veröffentlichen muss, mag so manchem ORF-Mitarbeiter unfair vorkommen, aber das war halt das politische Gegengeschäft für die ORF-Haushaltsabgabe, die fast jeder zahlen muss.
- ORF-Gagen: Wer die höchsten Nebenverdienste hat
- ORF-Spitzenverdiener: Das ist die ganze Liste
- Die Top-Gagen im ORF: Von Pius Strobl bis Armin Wolf
Mehrheit der Gebührenzahler
Und genau das ist der Haken daran: Die Top-Verdiener ergeben nur bedingt Sinn und sind einer Mehrheit der Gebührenzahler schlicht nicht zu vermitteln.
Causa Roland Weißmann
Ein Sittenbild inmitten der immer noch nicht gelösten Causa Roland Weißmann – des nicht freiwillig zurückgetretenen ORF-Chefs – ist übrigens, dass unter den Top-10-Verdienern des ORF lediglich 2 (!) Frauen sind.
Von den 62 ORF-Mitarbeitern, die über 170.000 Euro im Jahr beziehen, sind wiederum nur 17 Frauen – das sind 27 Prozent.
Frage der Glaubwürdigkeit
Das noch größere Problem für den ORF ist die Frage der Glaubwürdigkeit. Nette social-media-taugliche Videos mit Ansprachen an Mitarbeiter (und wohl vor allem Öffentlichkeit) zu drehen, wie es ORF-Chefin Ingrid Thurnher gemacht hatte, reicht in Zeiten wie diesen nicht. Der ORF geht auf dünnem Eis. Entweder er löst seine Probleme und offenen Fragen rasch, oder sie zerschlagen sich selbst. Mit oder ohne Gagen-Diskussion.