Die ÖVP spricht einer einstigen Vertrauten des verstorbenen Sektionschefs Christian Pilnacek, die am Mittwoch im U-Ausschuss befragt werden soll, weiterhin die Glaubwürdigkeit ab.
Fraktionsführer Andreas Hanger will die Frau daher zur Rechenschaft ziehen und fordert die Finanzprokuratur auf, Schadensersatzansprüche wegen der entstandenen Kosten zu prüfen. Er vermutet eine Achse zwischen der Ex-Vertrauten, dem Journalisten Peter Pilz und der FPÖ.
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Hanger bezog sich am Dienstag in einer Pressekonferenz abermals auf Widersprüche und angebliche Falschaussagen der Frau, die Pilnacek als eine der letzten Personen lebend gesehen hatte. Diese beträfen etwa Schilderungen der letzten Ereignisse bis zum Auffinden des Leichnams an einem Seitenarm der Donau, Angaben zu persönlichen Gegenständen des Verstorbenen, den Umgang mit Pilnaceks Laptop sowie vermutete politische Hintergründe.
Von Pilz "instrumentalisiert"
Die Frau selbst habe sich offensiv in der Öffentlichkeit präsentiert, begründete Hanger das Vorgehen seiner Fraktion gegen die "Kurzzeitbekannte" Pilnaceks, die unter anderem zahlreiche Interviews gegeben hatte.
Die ÖVP beruft sich auch auf Aussagen in diversen Ermittlungsverfahren, wo unter anderem die Zurechnungsfähigkeit der Frau festgestellt worden sei. Dennoch sei sie wohl von Pilz, der ein Buch über die Causa geschrieben hatte, "instrumentalisiert" worden. Wegen darin enthaltener Aussagen wurde dieser kürzlich nicht rechtskräftig wegen übler Nachrede schuldig gesprochen.
Hergang des Todesfalls
Aufgegriffen hatte die unbelegten Vorwürfe, der Hergang des Todesfalls könnte politisch vertuscht worden sein, die FPÖ, welche auch den U-Ausschuss ins Leben rief. Dennoch will die ÖVP, dass die Finanzprokuratur die Kosten dafür von der einstigen Vertrauten Pilnaceks zurückfordert. "Einen Untersuchungsgegenstand, der auf Basis von Verschwörungstheorien und Verleumdungen basiert, lehnen wir ab", meinte Hanger erneut.