Die drei Redoutensäle in der Hofburg sind drei Jahre nach dem Auszug des Parlaments immer noch gesperrt.
Durch die Nutzung der Säle als Übergangsquartier sollen nach "Kurier"-Informationen zwischen 2017 und 2023 erhebliche Schäden entstanden sein, etwa drei Meter große Löcher in den Wänden. Von der Burghauptmannschaft hieß es nun, eine Generalsanierung in Höhe von 40 bis 60 Mio. Euro sei allerdings unabhängig von der Nutzung durch das Parlament notwendig geworden.
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Der Zustand der Säle müsse "im Kontext eines jahrzehntelangen, intensiven Veranstaltungsbetriebs sowie der letzten Generalsanierung nach dem Brand des Redoutensaaltrakts" im November 1992 betrachtet werden. Die Burghauptmannschaft, die als nachgeordnete Dienststelle des Wirtschaftsministeriums zahlreiche Gebäude von historischer Relevanz verwaltet, sieht die bauliche Betreuung und Finanzierung der Räumlichkeiten in der Verantwortung der Republik.
Verträge "vereinbarungsgemäß ausgelaufen"
"Vereinbarungsgemäß" seien die Verträge mit dem Parlament, das sich während des Umbaus des Parlamentsgebäudes an der Wiener Ringstraße für die Sitzungen des Nationalrats und des Bundesrats zwischen 2017 und 2023 in die Redoutensäle einmietete, "ausgelaufen". In die weitere "bauliche Betreuung des Trakts" sei das Parlament nicht eingebunden.
Der "Kurier" berichtete zuvor von vertraglichen Verpflichtungen des Parlaments zur Renovierung der Räume im Anschluss an die Nutzung, denen das Parlament bis heute nicht nachgekommen sei. Durch die Befestigung der Empore des Parlaments seien etwa Löcher mit einem Durchmesser von drei Metern entstanden.
Gesamter Trakt soll saniert werden
Derzeit laufe zur Konzeption der Sanierungsarbeiten eine Bestandsaufnahme, die aufgrund der Größe der Liegenschaft nach Auskunft der Burghauptmannschaft einige Zeit dauern wird: "Das Fortführen der weiteren Planungen ist von der budgetären Bedeckung abhängig. Ein Abschluss der Konzeptionsphase kann dann erfolgen, sobald das entsprechende Budget hierfür genehmigt wird."
Die Generalsanierung des gesamten Trakts mit einer Nutzungsfläche von über 11.000 Quadratmetern erfolge "in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt". Zu den geplanten Maßnahmen zählen etwa die Erneuerung und Modernisierung der Elektro-, Lüftungs- und Liftanlagen, des Brandschutzes, der Sicherheitstechnik sowie Verbesserungen bei der Barrierefreiheit. Danach soll der Kongress-und Veranstaltungsbetrieb wieder aufgenommen werden können. Pächter der Räume ist die Eventfirma "Wiener Kongresszentrum Hofburg", die bereits Anfang des Jahres ihren Unmut über die mehrjährige Sperre der Redoutensäle kundtat.