860 Syrer sind freiwillig nach Syrien zurückgekehrt. Knapp über 100 mussten Österreich zwangsweise verlassen. Insgesamt leben derzeit rund 105.000 Syrer in Österreich.
Ende 2024 wurde Syriens Langzeitmachthaber Bashar al-Assad nach Jahren des brutalen Bürgerkriegs gestürzt. Seitdem herrscht Ahmed al-Sharaa als Präsident an der Spitze Syriens. Der ehemalige Dschihadist gibt sich staatsmännisch. Die internationale Rehabilitierung ist ihm schnell gelungen. Wie wirkt sich das auf Österreich auf, wo mittlerweile rund 105.000 syrische Staatsbürger leben?
"Rückkehr aus Österreich nach Syrien findet laufend statt"
Im Zeitraum 9. Dezember 2024 (Sturz des Assad Regimes) bis 30. Jänner 2026 sind 860 Syrerinnen und Syrer freiwillig nach Syrien zurückgekehrt, heißt es aus dem Innenministerium zu oe24. "Eine Rückkehr aus Österreich nach Syrien findet laufend statt."
Bargeld für die Rückkehr nach Syrien
Die offizielle Seite "returnfromaustria.at" schildert für Syrer auf Deutsch, Englisch und auf Arabisch: "Sie erhalten bis zu € 1.000 Bargeld als Unterstützung für Ihren neuen Start. Die Rückkehr-Beratung unterstützt Sie bei allen notwendigen Schritten."
"Bis zu 1.000 Euro werden ausbezahlt, für Familien ist die Hilfe auf 3.000 Euro gedeckelt", heißt es aus dem Innenministerium zu oe24.
Nicht einmal 1 Prozent ging freiwillig
Es hat also nicht einmal ein Prozent der Syrer im Land von der Möglichkeit der freiwilligen Rückkehr Gebrauch gemacht (circa 0,81% gingen seit dem Assad-Sturz).
Indes will die Regierung die Abschiebungen nach Syrien ausweiten. Dafür gab es auch jüngst ein Arbeitstreffen in Damaskus unter Leitung von Arad Benkö, dem Nahost-Beauftragten von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS). Er ist vom syrischen Innenminister Anas Khattab empfangen worden.
"Klare Kante zeigen"
"Wir haben uns in der Regierung darauf verständigt, klare Kante bei allen zu zeigen, die kein Recht haben, in Österreich zu bleiben oder dieses Recht missbrauchen. Mit Kooperationen wie dieser schaffen wir die nötigen Rahmenbedingungen dafür", betonte Meinl-Reisinger laut Aussendung. Momentan stellen Syrer die größte Gruppe von Asylwerbern in Österreich.
"Allein im Jahr 2025 wurde trotz dieser geänderten Umstände im Heimatland weiteren 2.500 syrischen Staatsangehörigen Asyl gewährt", kritisierte FPÖ-Abgeordneter Harald Schuh am Sonntag. Die FPÖ fordert deutlich mehr Abschiebungen. Die Regierung sagt, dass sie einen harten Kurs fahren will und im Rahmen der Gesetze die Abschiebungen erhöhen möchte.
2025 wurden 121 Syrer abgeschoben
Laut BMI-Statistik für 2025 erhielten 1.115 Syrer erstinstanzlich Asyl und weitere 1.940 Syrer erhielten subsidiären Schutz in Österreich. Von den insgesamt rund 3.000 Syrern, die legales Bleiberecht erhielten, war die Hälfte weiblich.
Gegenüber 9.547 Syrern wurde ein Aberkennungsverfahren eingeleitet - sie drohen ihren Asylstatus als anerkannter Flüchtling zu verlieren.
Zwangsweise außer Landes gebracht wurden im Jahr 2025 exakt 121 Syrer, die meisten davon in andere EU-Staaten (Dublin). 805 Syrer gingen 2025 freiwillig.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hatte zuletzt darauf verwiesen, dass Österreich 2025 als erster EU-Staat begonnen habe, Rückführungen wiederaufzunehmen. Österreich hat 2025 als einziges EU-Land drei Syrer zwangsweise in ihre Heimat gebracht. Die erste Abschiebung nach Syrien im Frühsommer hatte noch für Wirbel gesorgt, weil der abgeschobene Mann nicht mehr auffindbar war.