ORF-Wahl

Zeiler bei Termin mit Eva Glawischnig

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Der RTL-Chef könnte gegen Alexander Wrabetz antreten.

Die Indizien für ein mögliches Antreten Gerhard Zeilers zur Wahl als ORF-Generaldirektor mehren sich. Wie man erfuhr, hat der Chef der RTL-Gruppe am Mittwochvormittag Grünen-Chefin Eva Glawischnig zu einem Gespräch getroffen, in dem es um den ORF gegangen sein soll. Der Grüne Mediensprecher Dieter Brosz bestätigte das Treffen. Inhaltliches wollte er nicht kommentieren, aber dass es bei solchen Treffen "ums Fernsehen" gehe, sei wohl in der Natur der Sache: "Vermutlich ging es darum", sagte Brosz, der dem Gespräch nicht beiwohnte.

Treffen mit Medienmanagern "durchaus üblich"
Dass Glawischnig als Grünen-Chefin mit Medienmanagern zusammentreffe, sei durchaus üblich, betonte der Mediensprecher. "Genauso gut spricht sie mit ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz oder Zeitungsmanagern." Entsprechend sei das Zeiler-Treffen "ein Termin wie viele" gewesen. Für die Wahl des ORF-Generaldirektors sei ohnehin der ORF-Stiftungsrat zuständig, so Brosz.

Hartnäckiges Antritts-Gerücht
Dass der Chef der RTL-Group mit dem Gedanken spielt, im Kampf um die ORF-Generaldirektion selbst in den Ring zu steigen, ist ein hartnäckiges Gerücht, dass Zeiler selbst auf wiederholte Anfragen nie kommentierte - ein richtiges Dementi war von ihm dazu aber bisher auch nicht zu hören. Würde er in die Wahl gehen, wäre er der aussichtsreichste Gegenkandidat zu Wrabetz, der auf die Stimmen der Mehrheits-"Freundeskreis"-Fraktion der SPÖ setzen kann.

Zeiler soll auch Spindelegger getroffen haben
Unterstützung für den aus der SPÖ kommenden Zeiler ließen hingegen bereits die ÖVP und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache durchblicken. ÖVP-Obmann Michael Spindelegger soll laut Medienberichten bereits mit Zeiler zusammengetroffen sein, Strache lobte den RTL-Chef unter anderem im Rahmen seiner Aschermittwochrede.

Für eine Kür gegen die SPÖ-Mehrheit im Stiftungsrat bräuchte Zeiler neben bürgerlichen, blauen und orangen Stimmen auch noch die Unterstützung des grünen Stiftungsrates und der unabhängigen Gremienmitglieder. Die SPÖ stellt sich derzeit geschlossen hinter Wrabetz, was sich bei einem tatsächlichen Antreten des RTL-Bosses aber unter Umständen ändern könnte. Als potenzielle Unterstützer hinter den Kulissen galten bisher die roten Landeshauptleute von Wien, Salzburg und Steiermark, Michael Häupl, Gabi Burgstaller und Franz Voves.

Bei Scheitern winkt Wrabetz ÖIAG-Posten
Wrabetz darf bei einem Scheitern bei der Wahl laut "Standard" mit einem Topjob bei der Staatsholding ÖIAG rechnen, wo er dem neuen Alleinvorstand Markus Beyrer zur Seite gestellt werden könnte. "Ich weiß von nichts", meinte der ORF-General dazu auf APA-Anfrage am Dienstag.

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