Im Rahmen von Ermittlungen der Kriminalpolizei bestehe der Verdacht, dass einzelne Gläser des Produktes HIPP Gemüsegläschen "Karotte mit Kartoffel 190 Gramm" mit Rattengift versetzt wurden, berichtet die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).
Es handle sich dabei um einen mutmaßlichen Erpressungsversuch, so die Gesundheitsagentur. Laut aktuellem Stand der Ermittlungen sei eine SPAR-Filiale in Eisenstadt betroffen. Die manipulierten Gläschen wurden mit weißem Aufkleber und rotem Kreis gekennzeichnet.
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Ages informiert: Symptome treten verzögert auf
Die Ages erklärt: "Rattengifte enthalten unterschiedliche Wirkstoffe mit entsprechend unterschiedlichen gesundheitlichen Auswirkungen. Der am häufigsten verwendete Wirkstoff ist Bromadiolon, ein sogenannter Vitamin K Antagonist. Dieser hemmt die Wirkung von Vitamin K, das für die Blutgerinnung erforderlich ist. Infolge dessen kann es zu einer verminderten Gerinnungsfähigkeit des Blutes kommen. Mögliche Folge davon sind unter anderem Blutungen (Zahnfleischbluten, Nasenbluten, blauen Flecken, Blut im Stuhl)."
Die Gesundheitsagentur betont, dass die Symptome verzögert – erst 2 bis 5 Tage nach der Aufnahme – eintreten.
Die Ages weist darauf hin: "Bei auftretenden Blutungen, extreme Schwäche oder Blässe unbedingt den Arzt/Ärztin aufsuchen und diese/n auch informieren, dass Ihr Kind die betroffene Babykost erhalten hat. Bei entsprechender ärztlicher Behandlung, insbesondere durch die Gabe von Vitamin K, ist die Vergiftung gut behandelbar."
Hipp-Elternservice-Telefon geöffnet
"Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aufgrund der laufenden Ermittlungen derzeit keine weitergehenden Informationen geben können. Wir verweisen an die zuständigen Behörden", hieß es am Samstagvormittag auch in einer schriftlichen Anfragebeantwortung von Hipp an die APA.
Das Hipp-Elternservice Österreich für besorgte Mütter und Väter ist demnach statt üblicherweise nur werktags nun auch am Wochenende unter der Nummer +43-7612-76577-104 erreichbar. "Der Kanal ist offen und beunruhigte Verbraucher können sich jederzeit dort melden."
Die Causa war am späten Freitagabend publik geworden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass durch Manipulation in den Artikel "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" 190 Gramm ein gefährlicher Stoff eingebracht wurde, hieß es in einer Aussendung von Hipp. "Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein", wurde betont.