Grabner mit Vancouver-GM Dave Nonis (l.) und Assistant-GM Steve Tambellini

Hockey-Interview

Michael Grabner: Gestern VSV, morgen NHL?

Am 4. Oktober startet die NHL-Saison 2006/07: Grund genug, Österreichs US-Legionäre zum Interview zu bitten. Unsere Serie startet mit Michael Grabner, bis zum Saisonstart gibt's jede Woche weitere Interviews mit Andreas Nödl, Matthias Lange, Thomas Pöck und Thomas Vanek.

Michael Grabner entstammt dem Nachwuchs des VSV, inzwischen spielt der Villacher aber bei den Spokane Chiefs in der WHL. Im Juni wurde der Stürmer gleich in der ersten Runde als Nr. 14 im NHL-Draft von den Vancouver Canucks gezogen. Im Interview erzählt Grabner über diesen bisherigen Höhepunkt seiner Karriere und die Aussichten auf einen Platz im Kader der Canucks.

oe24.at: Überrascht, dass Sie so hoch gedraftet wurden?
Grabner: Schon ein bisschen. Da ich eine starke zweite Saisonhälfte hatte, habe ich aber auf die ersten Runde gehofft.

oe24.at: Sind Sie zufrieden, dass es die Canucks geworden sind?
Grabner: Sehr zufrieden! Es ist immer toll, wenn ich mit Spokane dort spiele. Ich mag die Umgebung und die Fans. Vancouver ist außerdem eine wunderschöne Stadt.

oe24.at: Wie groß sind die Chancen, dass Sie heuer schon bei Vancouver oder beim Farmteam in Manitoba auflaufen werden?
Grabner: Ich glaube, heuer werde ich das Jahr noch in Spokane verbringen und versuchen, meine gute letzte Saison zu bestätigen. Anfang September geht’s ins Trainingslager und dann werde ich sehen, wie ich im Vegleich zur letzten Saison körperlich drauf bin. Für heuer mache ich mir in der NHL aber wirklich noch keine großen Hoffnungen.

oe24.at: Wie lange können Sie noch bei Spokane spielen?
Grabner: Zwei Jahre – heuer und nächstes Jahr als „Overage“-Spieler. Mein Trainer hat aber schon gesagt, dass ich spätestens übernächstes Jahr bei Manitoba oder Vancouver spielen werde.

oe24.at: Können Sie uns die WHL genauer erklären, wie ist das Hockey dort einzustufen?
Grabner: Die WHL ist für mein Alter sicherlich eine der besten Junior Leagues. Die WHL ist Bestandteil der CHL (Canadian Hockey League, Anm. d. Red.), die insgesamt aus drei Unterligen besteht: WHL, OHL (Ontario Hockey League, Anm. d. Red.) und QMHL (Qebec Major Hockey League, Anm. d. Red.). Altersmäßig sind diese Ligen für 16- bis 20-Jährige. 20-Jährige gelten als „overage“, davon dürfen nur drei pro Saison eingesetzt werden.

oe24.at: Wie haben Sie sich im Sommer auf die neue Saison vorbereitet?
Grabner: Ich war nach dem Saisonende gleich für zwei Monate daheim in Österreich und habe in Villach mit Freunden vom VSV wieder mit dem Training begonnen. Vor dem NHL-Draft in Vancouver bin ich dann wieder retour und habe den Rest des Sommers mit meiner Gastfamilie in Spokane verbracht. Von den Canucks habe ich nach dem Draft ein Trainingsprogramm bekommen, an das ich mich seitdem halte. Seit Ende Juni stehe ich wieder am Eis.

oe24.at: Wie würden Sie Ihr Spiel charakterisieren? Wo sind die Stärken, wo müssen Sie sich noch verbessern?
Grabner: Ich bin ein sehr guter Eisläufer, sehr schnell am Eis und deswegen glaube ich auch so torgefährlich. Ich kann das Spiel auch gut lesen und habe ein Gespür, wo sich Freiräume auftun. Schwächen habe ich sicher noch in der Verteidigungszone, wo ich noch mehr arbeiten muss. Körperlich muss ich natürlich auch noch ein wenig zulegen.

oe24.at: Sind Sie eigentlich schon vom Nationalteam kontaktiert worden?
Grabner: Bisher habe ich nur vom U20-Team gehört. Aber natürlich hoffe ich, dass ich in Zukunft auch für das A-Team spielen werde. Der Wiederaufstieg in die A-Gruppe hat mich jedenfalls sehr gefreut.