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Austria nur 3:3 zuhause gegen Ried

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Grödig schießt Admira 7:1 ab, Innsbruck gegen Salzburg 1:1.

FK Austria Wien - SV Ried Endstand 3:3 (2:0)
Wien, Generali-Arena, 8.408, SR Schörgenhofer
Tore: 1:0 (22.) Stankovic, 2:0 (45.) Stankovic, 2:1 (60.) Gartler, 3:1 (61.) Jun, 3:2 (81.) Kragl, 3:3 (89.) Aydogdu.

Nach dem bitteren 1:5 in Salzburg hat die Wiener Austria in der dritten Runde der Fußball-Bundesliga einen neuerlichen Dämpfer hinnehmen müssen. Der Titelverteidiger kam am Samstag gegen die SV Ried trotz einer 2:0- bzw. 3:1-Führung zehn Minuten vor dem Ende zuhause nicht über ein 3:3 (2:0) hinaus und konnte damit für die kommenden Aufgaben kaum Selbstvertrauen tanken: Am Mittwoch wartet auf die Violetten das Rückspiel der Champions-League-Qualifikation in Hafnarfjördur, am Sonntag steht dann das Derby bei Rapid an.

   Marko Stankovic avancierte mit einem Doppelpack (22., 45.) zu einer Schlüsselfigur der spielfreudigen Hausherren, mit seinen Saisontoren 2 und 3 stellte der 27-Jährige bereits jetzt seine Marke der Vorsaison ein. Weil die Austria mit ihren Chancen aber etwas zu sorglos umging, reichte auch ein dritter Treffer von Jun (61.) nicht. Gartler (60.), Neuzugang Oliver Kragl (81./erstes Bundesligator) und Bundesliga-Debütant Aydogdu (89.) bewahrten die Gäste vor der ersten Saisonniederlage.

   Die Austria hält nun bei nur vier Punkten, hat einen Zähler weniger als Ried am Konto. Ried musste zwar die ersten Gegentore in einem Saisonpflichtspiel hinnehmen, die "Wikinger" beendeten aber ihre Serie vom Vorjahr, als man in Liga und Cup fünf Niederlagen gegen Violett kassierte.

   Die Oberösterreicher starteten gut, Austria-Goalie Lindner musste bereits nach 40 Sekunden bei einem Wieser-Freistoß eingreifen und wäre in der dritten Minuten nach einem Ziegl-Kopfball wohl chancenlos gewesen. Doch die Austria, bei der im Vergleich zum 1:0 gegen Hafnarfjördur Holland im defensiven Mittelfeld Mader ersetzte und Gorgon mit blessiertem Oberschenkel fehlte, hatte spätestens nach einer Viertelstunde gut in eine flotte, unterhaltsame Partie gefunden.

   In der 22. Minute war es dann so weit: Nach einer Hereingabe des stets brandgefährlichen Jun ließ Hosiner durch zu Stankovic, der im Fallen die Führung erzielte. Die Bjelica-Elf agierte plötzlich meisterlich, Ried-Goalie Gebauer musste bald darauf weitere Möglichkeiten von Jun (29.) und Grünwald (44.) vereiteln, war kurz vor der Pause aber neuerlich chancenlos: Zwar klärte nach Jun-Hereingabe erst Reifeltshammer, sein Kopfball landete aber bei Stankovic, der den Halbvolley souverän versenkte (45.).

   Die Austria ließ kurz vor der Pause zwar noch eine Chance für Ried (Kragl knapp über die Latte/46.) zu, hatte die Partie aber im Griff. Die größeren Räume nützten Hosiner (51./Gebauer parierte), Grünwald (53.) und Stankovic (53., 58./Gebauer am Posten), um abermals für höchste Gefahr zu sorgen. Umso überraschender kam der Anschlusstreffer durch Gartler, der über weite Strecken in der Luft hing. Bezeichnenderweise aus einem Standard, der klaren Stärke der Rieder: Nach einer Ecke traf Kragl aus 25 Metern nicht das Tor, fand aber Gartler, der wiederum aus fünf Metern trocken einschoss.

   Doch die Austria konterte prompt. Nach einem Lochpass von Grünwald auf Hosiner legte dieser auf Jun quer, der Tscheche ließ sich die Chance nicht entgehen (61.). Ried erwies sich hingegen als Meister der Effizienz: In der 81. Minute hämmerte Neuzugang Kragl einen Freistoß unhaltbar für Lindner ins rechte Kreuzeck.

   Weil Gebauer im Finish gegen Mader rettete (85.) und der eingewechselte Okotie knapp am langen Eck vorbei schoss (86.), blieb Ried noch im Spiel und nützte die kleine Chance tatsächlich: Der kurz zuvor eingewechselte Aydogdu zog aus rund 14 Metern ab, Lindner war beim vom Mader abgefälschten Ball neuerlich geschlagen.

Austria: Lindner - Koch, Rotpuller, Ortlechner, Suttner - Holland -
Royer (67. Mader), Stankovic (73. Murg), A. Grünwald, Jun - Hosiner
(84. Okotie)
Ried: Gebauer - Janeczek (56. Perstaller), Reifeltshammer, Riegler,
Kragl - Ziegl (84. Aydogdu), Wieser - Walch, Hinum, Möschl (56.
Sandro) - Gartler

Gelbe Karten: Koch, Rotpuller bzw. Sandro, Ziegl, Reifeltshammer,
Walch, Kragl

Die Besten: Jun, Stankovic, Holland bzw. Gebauer, Hinum

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FC Wacker Innsbruck - Red Bull Salzburg Endstand 1:1 (1:1)
Innsbruck, Tivoli Stadion Tirol, 9.481, SR Grobelnik.
Torfolge: 0:1 (15.) Soriano, 1:1 (44.) Hinterseer.

Red Bull Salzburg hat im dritten Saisonspiel der Fußball-Bundesliga zum ersten Mal nicht voll gepunktet. Die "Bullen" mussten sich am Samstag im West-Derby bei Wacker Innsbruck nach Toren von Jonatan Soriano (15.) und Lukas Hinterseer (44.) mit einem 1:1 (1:1) zufriedengeben. Die Generalprobe der Schmidt-Elf für das Drittrunden-Rückspiel der Champions-League-Qualifikation auswärts gegen Fenerbahce Istanbul am Dienstag verlief somit nicht wunschgemäß.

   Die Tiroler konnten nach sechs Pflichtspiel-Niederlagen in Folge im direkten Duell erstmals wieder einmal Zählbares mitnehmen, die imposante Serie der Salzburger von nun schon 22 Ligapartien ohne Niederlage (13 Siege, 9 Remis) aber nicht beenden. Die Partie ging erst nach 98 Minuten zu Ende - aufgrund einer rund fünfminütigen Unterbrechung in der Mitte der zweiten Hälfte wegen Blitzen, die auch die Flutlichtanlage in Mitleidenschaft gezogen hatten.

   Salzburgs Trainer hatte im Tivoli-Stadion nicht seine beste Formation aufs Feld geschickt. Gegenüber dem Auftritt gegen die Türken unter der Woche gab es gleich sechs Änderungen. Für die angeschlagenen Christian Schwegler und Alan rückten Florian Klein und Havard Nielsen in die Mannschaft. Zudem durften sich auch Valon Berisha, Georg Teigl, Stefan Hierländer und Jakob Jantscher von Beginn an versuchen. Marco Meilinger, Kevin Kampl, Stefan Ilsanker und Sadio Mane erhielten im Hinblick auf Dienstag vorerst eine Pause.

   Von Abstimmungsproblemen war in der neu zusammengestellten Mannschaft der Gäste nichts zu sehen, sie harmonierte von Beginn an gut und hätte aus der Dominanz in der Anfangsviertelstunde viel mehr machen können. Vor allem Nielsen fehlte die nötige Effizienz. Wacker-Goalie Szabolcs Safar parierte einen Schuss des Norwegers (1.), zudem verfehlte der Offensivspieler eine Soriano-Flanke nur knapp (2.) und setzte einen Kopfball an die Stange (6.). Bei einer von Sebastian Siller abgefälschten Ulmer-Flanke war Safar in höchster Not auf dem Posten (9.).

   Nach einem Konter waren die gut über die Seiten kommenden Salzburger schließlich erfolgreich. Jantscher spielte ideal auf Soriano, der mit einem wuchtigen Schuss vom Sechzehnereck vollendete (15.). Die Tiroler wurden erstmals durch einen Vucur-Kopfball-Aufsetzer nach einer Ecke gefährlich, den Peter Gulacsi über die Latte abwehrte (19.). Auf der anderen Seite konnte Safar das 0:2 verhindern, sich bei einem Jantscher-Abschluss auszeichnen (22.).

   Je länger die erste Hälfte dauerte, umso besser kamen die gut dagegenhaltenden Tiroler ins Spiel. Gulacsi war bei einem Hinterseer-Schuss auf dem Posten (33.). Seine zweite Chance nutzte der Innsbruck-Stürmer, der im Spiel bei der Admira noch zahlreiche Möglichkeiten ausgelassen hatte. Nach einem Bergmann-Idealzuspiel zog er vorbei an Gulacsi und traf ins kurze Eck (44.). Zu dem Zeitpunkt hatten die "Bullen" bereits gewechselt, Christoph Leitgeb war in der 36. Minute für den an der Schulter angeschlagenen Nielsen gekommen.

   Nach der Pause hatten die Gastgeber den besseren Beginn. Roman Wallner kam nicht richtig zum Abschluss (50.), Gulacsi machte einen Hauser-Schuss aus 14 Metern mit einer Glanzparade zunichte (51.). Damit hatten die Innsbrucker chancentechnisch ihr Pulver verschossen. Die Salzburger drückten auf den Siegestreffer. Soriano vergab dreimal (54./drüber, 61./ins Außennetz, 78./daneben), zudem rettete Christian Schilling bei einem Kampl-Abschluss vor der Linie im Rutschen (75.).

   Kampl (68.) wurde genauso wie Mane (79.) in der Schlussphase eingewechselt, um doch noch den Auswärtserfolg zu fixieren. Es blieb allerdings in einer äußerst interessanten Partie beim Remis. Beide Teams blieben damit ungeschlagen, die Salzburger sind punktegleich vor Grödig mit sieben Punkten Tabellenführer, die Tiroler mit fünf Zählern Dritter.
 

Innsbruck: Safar - Bergmann, Siller, Vucur, Schilling (94. Schütz) - Löffler, Kofler - Hauser, Hinterseer, Wernitznig (77. Vuleta) - R. Wallner
Salzburg: Gulacsi - Klein, Ramalho, Hinteregger, Ulmer - Berisha (67. Kampl), Teigl (79. Mane), Hierländer - Soriano, Nielsen (36. C. Leitgeb), Jantscher.

Gelbe Karten: Kofler, Hinterseer, Vucur bzw. Hierländer
Die besten Spieler: Hinterseer, Vucur, Hauser bzw. Gulacsi, Jantscher, Soriano.

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SV Grödig - FC Admira Wacker Mödling Endstand 7:1 (3:1)
Grödig, Untersbergarena, 1.655, SR Lechner.
Torfolge: 0:1 ( 6.) Schwab (Foul-Elfmeter), 1:1 (25.) Salamon, 2:1 (32.) Elsneg (Handselfmeter), 3:1 (42.) M. Leitgeb, 4:1 (55.) Tomi, 5:1 (69.) Cabrera, 6:1 (89.) Elsneg (Foul-Elfmeter), 7:1 (90.) Zulechner.

Aufsteiger SVS Grödig hat am Samstag seine Unterbergsarena in der Fußball-Bundesliga mit einem 7:1-(3:1)-Kantersieg gegen Admira so richtig eingeweiht. Die ersten Tore der Salzburger im Oberhaus fielen in numerischer Überlegenheit, was die Aufgabe um einiges einfacher gemacht hat. Bei der nach drei Runden weiter punktlosen Admira wurden drei Innenverteidiger ausgeschlossen.

   Dabei hatte die Truppe von Toni Polster engagiert angefangen, zumindest der erste Punktgewinn sollte es sein. Die offensive Bemühen wurde auch schon nach sechs Minuten belohnt. Zündel brachte Schicker zu Fall und Schwab traf per Elfmeter ins linke untere Eck (6.). Auch die nächsten Minuten gehörten eher den Gästen, auf jeden Fall entwickelte sich ein recht munteres Spiel.

   Nach 24 Minuten fing das Spiel aber an zu kippen. Nachdem Pöllhuber zwei Minuten davor den Ball an die eigene Latte geleitet hatte, riss er Salamon als letzter Mann nieder. Außer Rot für Torraub gab es auch Freistoß, nach einem gelungenen Trick traf Salamon selbst zum Ausgleich (25.). Nur sieben Minuten später gab es den nächsten Admira-Ausschluss - und den nächsten Elfmeter.

   Schösswendtner flog nach einem Handspiel vom Platz, Elsneg erzielte das 2:1 (32.). Doch es kam noch viel schlimmer für die Südstädter, auch wenn aus einem Freistoß von Leitgeb vor der Pause nur noch ein Treffer fiel (42.). Mit zwei Spielern weniger und zwei Treffern in Rückstand war für die Admiraner beim nun noch mehr motivierten Aufsteiger aber nicht mehr viel zu holen.

   Es sollten noch vier Tore für die Heimischen nach der Pause fallen, zwei aus weiteren Elfmetern. Nach Foul von Auer an Elsneg verwertete der eingewechselte Tomi den ersten (55.). In der 88. Minute verschuldete der eingewechselte Drescher den letzten Strafstoß, indem er Zulechner zurückhielt. Auch Drescher musste gehen. Elsneg traf erneut vom Punkt (89.). Dazwischen hatte Cabrera zum 5:1 getroffen. (69.)

   Zulechner fixierte gegen nur noch acht Admiraner den Endstand und damit den Kantersieg. (90.) Für die mit großer Hoffnung angereisten Admiraner wird die Situation nun schon ein wenig prekär, vor allem, da eben drei Innenverteidiger ausgeschlossen wurden. Polster hat damit nächsten Samstag daheim gegen Sturm schlimme Defensivprobleme. Grödig freut sich hingegen auf das Spitzenspiel bei Red Bull Salzburg - der derzeit Zweite gegen den Tabellenführer.

Grödig: Fend - Schubert (46. Tomi), Cabrera, Taboga, Zündel - Tschernegg (71. Zulechner), M. Leitgeb - Boller (75. Huspek), Elsneg, Salamon - Trdina
Admira: Tischler - Ebner, P. Pöllhuber, Schösswendter, Auer - Thürauer (34. Wessely), Schachner - R. Schicker (46. Drescher), Schwab, Domoraud - Ouedraogo (72. Sax)

Rote Karten: P. Pöllhuber (24./Torraub), Schösswendter (31./Handspiel), Drescher (88.)
Gelbe Karten: Leitgeb, Trdina, Auer, Taboga bzw. Tischler, Schachner, Ouedraogo.

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