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Austria und Rapid im Tabellen-Keller

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Nach den Samstag-Spielen der 17. Runde ist der Tiefpunkt für die Wiener Klubs Austria und Rapid erreicht. Austria liegt durch eine knappe Niederlage bei Ried am Tabellenende.

Austria gegen SV Ried
Die Erfolgsserie der SV Ried in der T-Mobile-Bundesliga hat sich dafür auch am Samstag in der 17. Runde fortgesetzt. Die Oberösterreicher bezwangen zu Hause Meister Austria Wien 1:0 (1:0), damit haben die Innviertler in den vergangenen elf Partien vier Mal gewonnen und sieben Mal Remis gespielt. Für die Entscheidung und die erste Liga-Pleite der Ära Georg Zellhofer sorgte ein frühes Weitschuss-Tor von Pichorner (13.).

Bereits sechste Saisonpleite für Austria
Die Austria, die lediglich nach der Pause eine ansprechende Leistung zeigte und durch Wallner die Latte traf (91.), fiel nach der bereits sechsten Saisonpleite wieder auf den zehnten und letzten Rang zurück. Ried bleibt für die Austria ein miserables Pflaster. Der bis dato letzte Erfolg des Rekord-Cupsiegers im Innviertel gelang der Austria am 14. Oktober 2000 (3:1), seitdem setzte es für Violett bei vier Remis vier Niederlagen.

An der Seitenlinie lautete das brisante Duell Helmut Kraft gegen Georg Zellhofer. Brisant deswegen, weil die beiden Freunde einst zusammen in Pasching zusammengearbeitet hatten, Zellhofer als Boss, Kraft als sein " Co". Auf dem Feld war die Kraft-Truppe Chef, ein Schuss von Brunmayr aus spitzem Winkel streifte knapp am Austria-Tor vorbei (4.). Neun Minuten später schlug es hinter Safar dann ein, der Austria-Goalie ließ sich von einem scharfen, aber nicht allzu platzierten 30-Meter-Hammer von Pichorner überraschen - 1:0 (13.).

Austria-Coach aufgebracht
Die Austria enttäuschte offensiv auf der ganzen Linie, erst in der 38. Minute gab es erstmals Aufregung im Rieder Strafraum. Brenner legte Mila elferreif, doch Schiri Schörgenhofer entschied auf Schwalbe und Gelb für den Polen. Austria-Coach Zellhofer war daraufhin nicht mehr zu beruhigen, stürmte aufs Feld und wurde dafür von Schörgenhofer auf die Tribüne verwiesen. Zellhofer soll zum Referee "Du Wahnsinniger" gesagt haben.

Von dort sah er, dass sein Team nach dem Wechsel zunächst wie verwandelt agierte, Mila (47., 51.) und Kiesenebner (54.) fanden in der starken Anfangsphase drei dicke Chancen vor. Im Finish gab es Möglichkeiten auf beiden Seiten, Eder (75.) und Brunmayr (75.) hatten das 2:0 auf dem Fuß, Troyansky das 1:1 auf dem Kopf (85.). Wallner traf in der Nachspielzeit sogar die Latte (91.).

Rapid gegen Pasching
Die Talfahrt von Österreichs Fußball-Rekordmeister Rapid hätte am Samstagabend beinahe einen historischen Tiefpunkt erreicht. Die Hütteldorfer Rapid kamen durch ein Freistoßtor des in der 79. Minute eingewechselten Petr Vorisek in letzter Sekunde (92.) noch zu einem 1:1 im Heimspiel gegen den (vor der Runde) Tabellenzweiten FC Superfund Pasching. Yüksel Sariyar hatte die Oberösterreicher nach einem sehenswerten Solo in der 81. Minute in Führung gebracht.

Wäre es beim 1:0 für Pasching geblieben, wäre Rapid in der 17. Runde erstmals in der Klubgeschichte in einer so fortgeschrittenen Phase der Meisterschaft auf den Abstiegsrang abgerutscht. Wie Erzrivale Austria, der in Ried 0:1 verlor, halten die Grün-Weißen nur bei mageren 17 Punkten und einer Tordifferenz von minus drei, allerdings spricht im Moment die Anzahl der erzielten Treffer für die Rapidler (22:25), weshalb die Austria (16:19) nun wieder Schlusslicht ist.

Rapid-Mittelfeldregisseur Steffen Hofmann gab bereits 105 Tage nach seinem Innenseitenbandriss im linken Knie bei der 0:1-Auswärtsniederlage gegen Ried (29.7.) sein Comeback. Es war die erste Heimpartie für den 26-jährigen Deutschen, der bis zur 82. Minute spielte, seit seiner Heimkehr von 1860 München im Sommer. Mit 84 Ballkontakten war der Kreativspieler gleich beim Comeback auffälligster und bester Rapidler.

Wenig Chancen
Die Partie war zwar von Beginn weg überaus flott, doch die ganz großen Chancen blieben zunächst aus. Rapid agierte gefährlicher, Pasching wirkte aber kompakter. Hofmann agierte von Beginn weg überaus engagiert, man merkte, dass er auf schnellstem Wege wieder in die Führungsrolle schlüpfen will, wie 45 Ballkontakte in Hälfte eins beweisen.

Der Franke war es auch, der unmittelbar vor der Pause mit Freistoß-Flanken die besten Möglichkeiten einleitete, doch der Kopfball von Bejbl aus kurzer Distanz, aber spitzem Winkel ging daneben, während der Schuss von Martin Hiden aus 18 Metern zu zentral ausfiel (45./45.+1). Kurz nach dem Wechsel sorgte ein Hofmann-Pass auf Hoffer beinahe für die Führung. Beim Direktschuss des U21-Team-Stürmers von der Strafraumgrenze musste sich Pasching-Schlussmann Schicklgruber gehörig strecken, um ihn aus dem Eck zu "fischen" (48.).

Die zweite Hälfte stand zwar klar im Zeichen von Rapid, doch die Tore blieben aus. Hoffer (Drehschuss aus 18 Metern, beim dem Schicklgruber mit den Fingerspitzen noch dran war) und Korkmaz (69./daneben) ließen die besten Chancen für die Hütteldorfer aus, und so bewahrheitete sich wieder einmal die alte Fußball-Weisheit, dass man Tore, die man nicht schießt, bekommt: Nach einem Pass des eingewechselten 17-jährigen Nigerianers Kennedy ließ Sariyar zunächst Katzer und dann auch noch Martin Hiden aussteigen und traf via Innenstange ins lange Eck zum vermeintlichen Siegtor für die Paschinger, die zuletzt zwei Zu-Null-Niederlagen - in Salzburg (0:3) sowie daheim gegen Tirol (0:2) - kassiert hatten.

Ausgleichstor in letzter Minute
Doch ausgerechnet ein ehemaliger Pasching-Spieler vereitelte in buchstäblich letzter Sekunde den Glückssieg der Gäste: Der Tscheche Vorisek traf mit der letzten Aktion per Freistoß aus fast 20 Metern genau ins Eck zum Ausgleich (92.). Damit sind die Hütteldorfer nun schon seit sechs Spielen bzw. seit 30.9. (4:1-Heimsieg gegen Mattersburg, bisher einziger Erfolg unter Trainer Peter Pacult, danach zwei Niederlagen und vier Remis) erfolglos. Pasching rutschte vor dem Sonntagsspiel hinter Mattersburg (2:0 in Altach) auf Platz drei zurück.

Nach dem Schlusspfiff machten Rapid-Anhänger ihrem Ärger Luft und stürmten aufs Feld, verhielten sich dort jedoch friedlich.

Tabelle der T-Mobile Fußball-Bundesliga nach der 17. Runde:

1. Red Bull Salzburg 16 10 4 2 35 : 9 34
2. SV Mattersburg 17 8 2 7 24 : 29 26
3. Superfund Pasching 17 6 7 4 19 : 17 25
4. SV Josko Ried 17 5 8 4 19 : 17 23
5. FC Wacker Tirol 16 6 5 5 19 : 21 23
6. SCR Altach 17 6 2 9 25 : 31 20
7. Sturm Graz 17 6 4 7 18 : 22 19
8. GAK 17 4 6 7 18 : 25 18
9. Rapid Wien 17 3 8 6 22 : 25 17
10. FK Austria Magna 17 3 8 6 16 : 19 17

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